Verordnung ueber das
Meisterpruefungsberufsbild und ueber die
Pruefungsanforderungen in den Teilen I und
II der Meisterpruefung im Klempner-Handwerk
(Klempnermeisterverordnung - KlempnerMstrV)
KlempnerMstrV

vom  23.05.2006



"Klempnermeisterverordnung vom 23. Mai 2006 (BGBl. I S. 1267), die durch die Verordnung
vom 5. November 2008 (BGBl. I S. 2165) geaendert worden ist"

Stand:     Geaendert durch V v. 5.11.2008 I 2165


Fussnote

 Textnachweis ab: 1.10.2006

Eingangsformel
Auf Grund des § 45 Abs. 1 der Handwerksordnung in der Fassung der Bekanntmachung
vom 24. September 1998 (BGBl. I S. 3074), der durch Artikel 1 Nr. 39 des Gesetzes
vom 24. Dezember 2003 (BGBl. I S. 2934) geaendert worden ist, in Verbindung mit
§ 1 Abs. 2 des Zustaendigkeitsanpassungsgesetzes vom 16. August 2002 (BGBl. I S.
3165) und dem Organisationserlass vom 22. November 2005 (BGBl. I S. 3197) verordnet
das Bundesministerium fuer Wirtschaft und Technologie im Einvernehmen mit dem
Bundesministerium fuer Bildung und Forschung:

§ 1 Gliederung und Inhalt der Meisterpruefung
Die Meisterpruefung im zulassungspflichtigen Klempner-Handwerk umfasst folgende
selbstaendige Pruefungsteile:
1. die Pruefung der meisterhaften Verrichtung der wesentlichen Taetigkeiten (Teil I),
2. die Pruefung der erforderlichen fachtheoretischen Kenntnisse (Teil II),
3. die Pruefung der erforderlichen betriebswirtschaftlichen, kaufmaennischen und
   rechtlichen Kenntnisse (Teil III) und
4. die Pruefung der erforderlichen berufs- und arbeitspaedagogischen Kenntnisse (Teil
   IV).

§ 2 Meisterpruefungsberufsbild
(1) Durch die Meisterpruefung wird festgestellt, dass der Pruefling befaehigt ist, einen
Betrieb selbstaendig zu fuehren, technische, kaufmaennische und personalwirtschaftliche
Leitungsaufgaben wahrzunehmen, die Ausbildung durchzufuehren und seine berufliche
Handlungskompetenz eigenverantwortlich umzusetzen und an neue Bedarfslagen in diesen
Bereichen anzupassen.

(2) Im Klempner-Handwerk sind zum Zwecke der Meisterpruefung folgende Fertigkeiten und
Kenntnisse als ganzheitliche Qualifikationen zu beruecksichtigen:
1.   Kundenwuensche ermitteln, Kunden beraten, Serviceleistungen anbieten,
     Auftragsverhandlungen fuehren und Auftragsziele festlegen, Leistungen kalkulieren
     und Angebote erstellen, Vertraege schliessen,
                                               -1-
       
                                                                               

2.    Aufgaben der technischen, kaufmaennischen und personalwirtschaftlichen
      Betriebsfuehrung wahrnehmen, insbesondere unter Beruecksichtigung der
      Betriebsorganisation, der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, des
      Qualitaetsmanagements, der Haftungsvorschriften des Arbeitsschutzrechtes, des
      Datenschutzes, des Umweltschutzes, einschliesslich der Verwendung loesemittelarmer
      oder wasserbasierter, loesemittelfreier Produkte, sowie von Informations- und
      Kommunikationstechniken,
3.    Auftragsabwicklungsprozesse planen, organisieren, durchfuehren und ueberwachen,
4.    Auftraege durchfuehren, insbesondere unter Beruecksichtigung von Fertigungs-,
      Montage- und Abdichtungstechniken, berufsbezogenen rechtlichen Vorschriften,
      Richtlinien und technischen Normen sowie der allgemein anerkannten Regeln
      der Technik, Personal, Material und Geraeten sowie Einsatzmoeglichkeiten von
      Auszubildenden,
5.    technische Arbeitsplaene, Skizzen und Zeichnungen, auch unter Einsatz
      rechnergestuetzter Systeme, erstellen,
6.    Logistikkonzepte entwickeln und umsetzen,
7.    Baustelleneinrichtungen, einschliesslich des Aufstellens von Arbeits- und
      Schutzgeruesten unter Beruecksichtigung von Verbindungstechniken, planen,
      koordinieren, organisieren und ueberwachen sowie Arbeitsablaeufe mit den am Bau
      Beteiligten abstimmen,
8.    Arten und Eigenschaften zu verarbeitender Werkstoffe, einschliesslich der Verfahren
      zur Waerme- und Oberflaechenbehandlung sowie des Korrosionsschutzes, bei der
      Planung, Fertigung und Instandhaltung beruecksichtigen,
9.    Materialbedarf und Materialzuschnitt sowie Waerme- und Feuchteschutz, auch
      rechnergestuetzt, ermitteln,
10.   Bauteile durch unterschiedliche Fuegetechniken, insbesondere durch Loeten, Kleben
      und Schweissen, verbinden,
11.   Bauteile zur Verkleidung von Rohrleitungen, Behaeltern, Leitungen fuer
      lufttechnische Anlagen sowie fuer Foerder- und Transportanlagen planen, entwerfen
      und herstellen,
12.   Bauwerksflaechen mit Tafeln und Baendern sowie mit vorgefertigten Bauelementen,
      insbesondere Profilbahnen, Steckfalzpaneelen und Rauten aus Metallen,
      Metall-Verbundstoffen und Kunststoffen unter Beruecksichtigung der An- und
      Abschluesse decken und bekleiden; funktionsbedingte Schichten mit Trag- und
      Befestigungskonstruktionen herstellen,
13.   Dachzubehoer, insbesondere Schneefangsysteme und Sicherheitsvorrichtungen, planen
      und montieren,
14.   Dachabdichtungen aus Edelstahl planen und rollennahtgeschweisst ausfuehren sowie
      Dachbegruenungen vorbereiten,
15.   Modernisierungsmassnahmen, auch unter Beruecksichtigung energieeinsparender Aspekte,
      beurteilen, planen und ausfuehren,
16.   Dachentwaesserungen sowie Anschluesse an das Kanalsystem planen, bemessen,
      herstellen und instand setzen,
17.   Bauteile, insbesondere fuer Belichtung und Belueftung sowie Energiesammler und
      Energieumsetzer fuer Daecher und Fassaden planen, bemessen, einbauen und instand
      setzen,
18.   aeussere Blitzschutzanlagen planen, montieren, pruefen, ueberwachen und instand
      setzen,
19.   Gebrauchs- und Ziergegenstaende sowie Ornamente aus Metallen entwerfen, anfertigen
      und installieren sowie restaurieren,
20.   Kuehler und Waermeaustauscher instand setzen,
21.   Fehler-, Maengel- und Schadenssuche durchfuehren, Fehler, Maengel und Schaeden
      beseitigen, Ergebnisse bewerten und dokumentieren,


                                             -2-
       
                                                                               

22.   Leistungen abnehmen und dokumentieren sowie Nachkalkulation durchfuehren;
      Auftragsabwicklung auswerten.

§ 3 Gliederung des Teils I
Der Teil I der Meisterpruefung umfasst folgende Pruefungsbereiche:
1. ein Meisterpruefungsprojekt und ein darauf bezogenes Fachgespraech,
2. eine Situationsaufgabe.

§ 4 Meisterpruefungsprojekt
(1) Der Pruefling hat ein Meisterpruefungsprojekt durchzufuehren, das einem Kundenauftrag
entspricht. Vorschlaege des Prueflings fuer den Kundenauftrag sollen beruecksichtigt
werden. Die auftragsbezogenen Kundenanforderungen werden vom Meisterpruefungsausschuss
festgelegt. Auf dieser Grundlage erarbeitet der Pruefling ein Umsetzungskonzept,
einschliesslich einer Zeit- und Materialbedarfsplanung. Dieses hat er vor der
Durchfuehrung des Meisterpruefungsprojekts dem Meisterpruefungsausschuss zur Genehmigung
vorzulegen. Der Meisterpruefungsausschuss prueft, ob das Umsetzungskonzept den
auftragsbezogenen Kundenanforderungen entspricht.

(2) Das Meisterpruefungsprojekt besteht aus Planungs-, Durchfuehrungs- und
Dokumentationsarbeiten.

(3) Als Meisterpruefungsprojekt ist eine der nachfolgenden Aufgaben durchzufuehren:
1. eine Bauwerksflaeche unter Beruecksichtigung der Ein- und Aufbauten mit einem
   metallischen Werkstoff eindecken sowie eine Dachentwaesserung herstellen und
   montieren oder
2. eine Metallarbeit unter Beruecksichtigung kreativer Gestaltungsaspekte entwerfen,
   planen und anfertigen oder eine Restaurierungsarbeit planen und ausfuehren.

(4) Die Entwurfs-, Planungs- und Kalkulationsunterlagen werden mit 30 vom Hundert, die
durchgefuehrten Arbeiten mit 50 vom Hundert und die Dokumentationsunterlagen mit 20 vom
Hundert gewichtet.

§ 5 Fachgespraech
Nach Durchfuehrung des Meisterpruefungsprojekts ist hierueber das Fachgespraech zu
fuehren. Dabei soll der Pruefling nachweisen, dass er die fachlichen Zusammenhaenge
aufzeigen kann, die dem Meisterpruefungsprojekt zugrunde liegen, den Ablauf des
Meisterpruefungsprojekts begruenden und mit dem Meisterpruefungsprojekt verbundene
berufsbezogene Probleme sowie deren Loesungen darstellen kann und dabei in der Lage ist,
neue Entwicklungen zu beruecksichtigen.

§ 6 Situationsaufgabe
(1) Die Situationsaufgabe ist auftragsorientiert und vervollstaendigt den
Qualifikationsnachweis fuer die Meisterpruefung im Klempner-Handwerk.

(2) Als Situationsaufgabe ist eine der unter Nummer 1 bis 3 aufgefuehrten
Arbeiten auszufuehren. Wenn der Pruefling das Meisterpruefungsprojekt nach § 4
Abs. 3 Nr. 1 durchgefuehrt hat, sind die Arbeiten nach Nummer 2 oder 3, wenn
er das Meisterpruefungsprojekt nach § 4 Abs. 3 Nr. 2 durchgefuehrt hat, sind die
Arbeiten nach Nummer 1 oder 2 auszufuehren. Die Aufgabenstellung erfolgt durch den
Meisterpruefungsausschuss. Die Vorschlaege des Prueflings sollen bei der Auswahl der
Arbeiten beruecksichtigt werden. Als Arbeiten kommen in Betracht:
1. eine Dachentwaesserung nach vorgegebener Zeichnung auf Material-, Bemessungs- und
   Ausfuehrungsfehler pruefen und Pruefprotokoll erstellen, Ablaufleistung berechnen,
   Bauteile zur Dachentwaesserung auswaehlen und herstellen sowie am Modell montieren
   oder


                                             -3-
      
                                                                              

2. einen Fassadenaufbau mit allen funktionsbedingten Schichten, insbesondere unter
   Beruecksichtigung von Daemmung, Taupunkt und Belueftung, pruefen und Pruefprotokoll
   erstellen, Unterkonstruktion nach Vorgabe berechnen, System auswaehlen und
   Fassadenbauteil herstellen sowie am Modell anbringen oder
3. Fehler an einem Restaurationsbauteil nach vorgegebener Zeichnung ermitteln und
   bewerten, Restaurationskonzept erstellen sowie Restaurationsbauteil herstellen.

(3) Die Gesamtbewertung der Situationsaufgabe wird aus dem arithmetischen Mittel der
Einzelbewertungen nach Absatz 2 gebildet.

§ 7 Pruefungsdauer und Bestehen des Teils I
(1) Die Durchfuehrung des Meisterpruefungsprojekts soll nicht laenger als sechs
Arbeitstage, das Fachgespraech nicht laenger als 30 Minuten und die Ausfuehrung der
Situationsaufgabe nicht laenger als acht Stunden dauern.

(2) Meisterpruefungsprojekt, Fachgespraech und Situationsaufgabe werden gesondert
bewertet. Die Pruefungsleistungen im Meisterpruefungsprojekt und im Fachgespraech werden
im Verhaeltnis 3 : 1 gewichtet. Hieraus wird eine Gesamtbewertung gebildet. Diese
Gesamtbewertung wird zum Pruefungsergebnis der Situationsaufgabe im Verhaeltnis 2 : 1
gewichtet.

(3) Mindestvoraussetzung fuer das Bestehen des Teils I der Meisterpruefung
ist eine insgesamt ausreichende Pruefungsleistung, wobei die Pruefung weder im
Meisterpruefungsprojekt noch im Fachgespraech noch in der Situationsaufgabe mit weniger
als 30 Punkten bewertet worden sein darf.

§ 8 Gliederung, Pruefungsdauer und Bestehen des Teils II
(1) Durch die Pruefung in Teil II soll der Pruefling in den in Absatz 2 genannten
Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz dadurch nachweisen, dass er berufsbezogene
Probleme analysieren und bewerten sowie Loesungswege aufzeigen und dokumentieren und
dabei aktuelle Entwicklungen beruecksichtigen kann.

(2) Handlungsfelder sind:
1. Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik,
2. Auftragsabwicklung,
3. Betriebsfuehrung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine Aufgabe zu bearbeiten, die
fallorientiert sein muss:
1. Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik
   Der Pruefling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der Fertigungs-
   , Montage- und Instandhaltungstechnik unter Beruecksichtigung wirtschaftlicher
   und oekologischer Aspekte in einem Klempnerbetrieb zu bearbeiten. Dabei soll
   er berufsbezogene Sachverhalte analysieren und bewerten. Bei der jeweiligen
   Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis j aufgefuehrten
   Qualifikationen verknuepft werden:
   a) Aufbau, Wirkungsweise und Funktionen von Dach- und Fassadensystemen beschreiben
      und bewerten,
   b) Massnahmen, Methoden und Alternativen der Fertigung und Montage sowie der
      Instandhaltung darstellen und auswaehlen, Loesungen erarbeiten, korrigieren und
      begruenden,
   c) Konstruktionen und Abwicklungen fuer Dachdeckungen und Fassadenbekleidungen sowie
      Systeme zur Ableitung von Niederschlagswasser und von Lueftungskanaelen auswaehlen,
      entwerfen und berechnen,
   d) Material bestimmen und Materialbedarf berechnen sowie Materialzuschnitte
      zeichnerisch darstellen und rechnerisch ermitteln, insbesondere fuer Dach-
      und Fassadenflaechen und deren Ausdehnungen, Rinnen- und Fallrohre und deren

                                            -4-
     
                                                                             

      Querschnitte, Lueftungskanaele sowie fuer Verkleidungen von Behaeltern und
      Rohrleitungen,
   e) Funktionsplaene skizzieren, Skizzen und Zeichnungen von Systemen, Baugruppen und
      Bauteilen analysieren, bewerten und korrigieren,
   f) Arten, Eigenschaften und Verhalten zu verarbeitender Werk-, Hilfs- und Baustoffe
      beurteilen und Verwendungszwecken zuordnen,
   g) Materialbe- und -verarbeitung beschreiben, Loesungen erarbeiten, bewerten und
      korrigieren,
   h) Arten von Bauwerksabdichtungen unter Beruecksichtigung des Waerme-, Schall- und
      Brandschutzes beschreiben, Verwendungszwecken zuordnen und begruenden,
   i) Fuege- und Umformtechniken zur Verbindung von Metallen, Metall-Verbundstoffen
      und Kunststoffen, insbesondere Falzen, Loeten, Nieten, Kleben, Gas- und
      Lichtbogenschweissen sowie Schutzgasschweissen, beschreiben und Verwendungszwecken
      zuordnen,
   j) Verfahren der Oberflaechen- und Waermebehandlung sowie des Korrosionsschutzes
      beschreiben und dem jeweiligen Verwendungszweck zuordnen;

2. Auftragsabwicklung
   Der Pruefling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Auftragsabwicklungsprozesse,
   auch unter Anwendung branchenueblicher Software, erfolgs-, kunden- und
   qualitaetsorientiert zu planen, deren Durchfuehrung zu kontrollieren und sie
   abzuschliessen. Bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter
   Buchstabe a bis i aufgefuehrten Qualifikationen verknuepft werden:
   a) Moeglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,
   b) Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten, Angebotskalkulation
      durchfuehren,
   c) Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
      Beruecksichtigung der Fertigungs-, Verarbeitungs-, Montage- und
      Instandsetzungstechnik, des Einsatzes von Material, Geraeten und Personal
      bewerten, dabei qualitaetssichernde Aspekte darstellen sowie Schnittstellen
      zwischen Arbeitsbereichen beruecksichtigen,
   d) berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie anerkannte
      Regeln der Technik anwenden, insbesondere Haftung bei der Herstellung, der
      Instandsetzung und bei Dienstleistungen beurteilen,
   e) technische Arbeitsplaene, Skizzen und Zeichnungen erarbeiten, bewerten und
      korrigieren,
   f) auftragsbezogenen Einsatz von Material, Werkstoffen, Maschinen und Geraeten
      bestimmen und begruenden,
   g) Unterauftraege vergeben und kontrollieren,
   h) Maengel- und Schadensaufnahme an Gebaeuden und Gebaeudeteilen, insbesondere an
      Dacheindeckungen und -abdichtungen sowie an Fassadenbekleidungen aus Metall,
      Metall-Verbundstoffen und Kunststoffen, darstellen, Instandsetzungsalternativen
      aufzeigen sowie die erforderliche Abwicklung festlegen und begruenden,
   i) Vor- und Nachkalkulation durchfuehren;

3. Betriebsfuehrung und Betriebsorganisation
   Der Pruefling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der Betriebsfuehrung
   und Betriebsorganisation unter Beruecksichtigung der rechtlichen Vorschriften, auch
   unter Anwendung von Informations- und Kommunikationssystemen, wahrzunehmen. Bei der
   jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h aufgefuehrten
   Qualifikationen verknuepft werden:
   a) betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche Zusammenhaenge
      beruecksichtigen,
   b) betriebliche Kostenstrukturen ueberpruefen; betriebliche Kennzahlen ermitteln,


                                           -5-
      
                                                                              

   c) Marketingmassnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor dem
      Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen erarbeiten,
   d) betriebliches Qualitaetsmanagement planen und darstellen,
   e) Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; den Zusammenhang zwischen
      Personalverwaltung sowie Personalfuehrung und -entwicklung darstellen,
   f) betriebsspezifische Massnahmen zur Einhaltung der arbeitsschutzrechtlichen
      Bestimmungen und des Umweltschutzes entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen
      und Massnahmen zur Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,
   g) Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische Prozesse planen und darstellen,
   h) Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und beurteilen.


(4) Die Pruefung in Teil II ist schriftlich durchzufuehren. Sie soll in jedem
Handlungsfeld nicht laenger als drei Stunden dauern. Eine Pruefungsdauer von sechs
Stunden taeglich darf nicht ueberschritten werden.

(5) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen Mittel der
Einzelbewertungen der Handlungsfelder gemaess Absatz 2 gebildet.

(6) Die schriftliche Pruefung ist in einem der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder auf
Antrag des Prueflings oder nach Ermessen des Pruefungsausschusses durch eine muendliche
Pruefung zu ergaenzen (Ergaenzungspruefung), wenn dies das Bestehen des Teils II der
Meisterpruefung ermoeglicht. Die Ergaenzungspruefung soll je Pruefling nicht laenger als 20
Minuten dauern. In diesem Handlungsfeld sind die Ergebnisse der schriftlichen Pruefung
und der Ergaenzungspruefung im Verhaeltnis 2 : 1 zu gewichten.

(7) Mindestvoraussetzung fuer das Bestehen des Teils II der Meisterpruefung ist eine
insgesamt ausreichende Pruefungsleistung. Ist die Pruefung in einem Handlungsfeld auch
nach durchgefuehrter Ergaenzungspruefung mit weniger als 30 Punkten bewertet worden, so
ist die Pruefung des Teils II nicht bestanden.

§ 9 Weitere Anforderungen
Die Pruefungsanforderungen in den Teilen III und IV sowie die Regelungen ueber das
Bestehen der Meisterpruefung bestimmen sich nach der Verordnung ueber gemeinsame
Anforderungen in der Meisterpruefung im Handwerk und in handwerksaehnlichen Gewerben vom
18. Juli 2000 (BGBl. I S. 1078) in der jeweils geltenden Fassung.

§ 10 Uebergangsvorschrift
(1) Die bis zum 30. September 2006 begonnenen Pruefungsverfahren werden nach den
bisherigen Vorschriften zu Ende gefuehrt. Bei der Anmeldung zur Pruefung bis zum Ablauf
des 31. Maerz 2007 sind auf Antrag des Prueflings die bisherigen Vorschriften anzuwenden.

(2) Prueflinge, die die Pruefung nach den bis zum 30. September 2006 geltenden
Vorschriften nicht bestanden haben und sich bis zum 30. September 2008 zu einer
Wiederholungspruefung anmelden, koennen auf Antrag die Wiederholungspruefung nach den bis
zum 30. September 2006 geltenden Vorschriften ablegen.

§ 11 Inkrafttreten, Ausserkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. Oktober 2006 in Kraft.




                                            -6-