Verordnung ueber Probenahmeverfahren
und Analysemethoden fuer die amtliche
Futtermittelueberwachung (Futtermittel-
Probenahme- und -Analyse-Verordnung)
FuttMProbV
vom 21.03.1978
"Futtermittel-Probenahme- und -Analyse-Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom
15. Maerz 2000 (BGBl. I S. 226), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 14. Maerz
2007 (BGBl. I S. 335) geaendert worden ist"
Stand: Neugefasst durch Bek. v. 15. 3.2000 I 226;
zuletzt geaendert durch Art. 2 V v. 14.3.2007 I 335
Diese Verordnung dient der Umsetzung folgender Rechtsakte:
1. Richtlinie 70/373/EWG des Rates vom 20. Juli 1970 ueber die Einfuehrung
gemeinschaftlicher Probenahmeverfahren und Analysemethoden fuer die amtliche
Untersuchung von Futtermitteln (ABl. EG Nr. L 170 S. 2), zuletzt geaendert durch
die Akte ueber den Beitritt Oesterreichs, Finnlands und Schwedens in der Fassung des
Ratsbeschlusses vom 1. Januar 1995 (ABl. EG Nr. L 1 S. 1);
2. Erste Richtlinie 71/250/EWG der Kommission vom 15. Juni 1971 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 155 S. 13), zuletzt geaendert durch Richtlinie 98/54/EG der
Kommission vom 16. Juli 1998 (ABl. EG Nr. L 208 S. 49);
3. Zweite Richtlinie 71/393/EWG der Kommission vom 18. November 1971 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 279 S. 7), zuletzt geaendert durch Richtlinie 98/64/EG der
Kommission vom 3. September 1998 (ABl. EG Nr. L 257 S. 14);
4. Dritte Richtlinie 72/199/EWG der Kommission vom 27. April 1972 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 123 S. 6), zuletzt geaendert durch Richtlinie 1999/79/EG der
Kommission vom 27. Juli 1999 (ABl. EG Nr. L 209 S. 23);
5. Vierte Richtlinie 73/46/EWG der Kommission vom 5. Dezember 1972 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 83 S. 21), zuletzt geaendert durch Richtlinie 98/54/EG der
Kommission vom 16. Juli 1998 (ABl. EG Nr. L 208 S. 49);
6. Erste Richtlinie 76/371/EWG der Kommission vom 1. Maerz 1976 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Probenahmeverfahren fuer die amtliche Untersuchung von
Futtermitteln (ABl. EG Nr. L 102 S. 1);
7. Siebte Richtlinie 76/372/EWG der Kommission vom 1. Maerz 1976 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 102 S. 8), zuletzt geaendert durch Richtlinie 94/14/EG der
Kommission vom 29. Maerz 1994 (ABl. EG Nr. L 94 S. 30);
8. Achte Richtlinie 78/633/EWG der Kommission vom 15. Juni 1978 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 206 S. 43), zuletzt geaendert durch Richtlinie 84/4/EWG der
Kommission vom 20. Dezember 1983 (ABl. EG 1984 Nr. L 15 S. 28);
9. Neunte Richtlinie 81/715/EWG der Kommission vom 31. Juli 1981 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 257 S. 38);
-1-
10. Zehnte Richtlinie 84/425/EWG der Kommission vom 25. Juli 1984 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 238 S. 34);
11. Elfte Richtlinie 93/70/EWG der Kommission vom 28. Juli 1993 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 234 S. 17);
12. Zwoelfte Richtlinie 93/117/EG der Kommission vom 17. Dezember 1993 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
(ABl. EG Nr. L 329 S. 54);
13. Richtlinie 98/64/EG der Kommission vom 3. September 1998 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die Bestimmung von Aminosaeuren, Rohfetten
und Olaquindox in Futtermitteln und zur Aenderung der Richtlinie 71/393/EWG (ABl.
EG Nr. L 257 S. 14);
14. Richtlinie 1999/27/EG der Kommission vom 20. April 1999 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die Bestimmung von Amprolium, Diclazuril
und Carbadox in Futtermitteln sowie zur Aenderung der Richtlinien 71/250/EWG und
73/46/EWG und zur Aufhebung der Richtlinie 74/203/EWG (ABl. EG Nr. L 118 S. 36);
15. Richtlinie 1999/76/EWG der Kommission vom 23. Juli 1999 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die Bestimmung von Lasalocid-Natrium in
Futtermitteln (ABl. EG Nr. L 207 S. 13).
Fussnote
Textnachweis Geltung ab: 27.10.1984 Amtliche Hinweise des Normgebers auf EG-Recht:
Umsetzung der
EGRL 76/99 (CELEX Nr: 399L0076)
EGRL 79/99 (CELEX Nr: 399L0079) vgl. V v. 17.12.1999 I 2479
Umsetzung der
EWGRL 373/70 (CELEX Nr: 370L0373)
EWGRL 250/71 (CELEX Nr: 371L0250)
EWGRL 393/71 (CELEX Nr: 371L0393)
EWGRL 199/72 (CELEX Nr: 372L0199)
EWGRL 46/73 (CELEX Nr: 373L0046)
EWGRL 371/76 (CELEX Nr: 376L0371)
EWGRL 372/76 (CELEX Nr: 376L0372)
EWGRL 633/78 (CELEX Nr: 378L0633)
EWGRL 715/81 (CELEX Nr: 381L0715)
EWGRL 425/84 (CELEX Nr: 384L0425)
EGRL 70/93 (CELEX Nr: 393L0070)
EGRL 117/93 (CELEX Nr: 393L0117)
EGRL 64/98 (CELEX Nr: 398L0064)
EGRL 27/99 (CELEX Nr: 399L0027) vgl. Bek. v. 15.3.2000 I 226
Ueberschrift: IdF d. Art. 1 Nr. 1 V v. 5.5.1982 I 604 mWv 13.5.1982
§ 1 Sachlicher Anwendungsbereich
Fuer die Untersuchung von Futtermitteln, Zusatzstoffen und Vormischungen (Stoffe) im
Rahmen der amtlichen Ueberwachung werden die Proben nach dieser Verordnung genommen und
analysiert. § 12a bleibt unberuehrt.
§ 2 Begriffsbestimmungen
Im Sinne dieser Verordnung ist
1. eine Partie:
die Menge eines Stoffes, die sich nach ihrer aeusseren Beschaffenheit, Kennzeichnung
und raeumlichen Zuordnung als eine Einheit darstellt,
2. eine Einzelprobe:
die Teilmenge einer Partie, die durch einen Entnahmevorgang gebildet wird,
3. eine Sammelprobe:
-2-
die Gesamtmenge einer Partie entnommener Einzelproben,
4. eine reduzierte Sammelprobe:
eine repraesentative Teilmenge der Sammelprobe,
5. eine Endprobe:
eine fuer die Untersuchung bestimmte Teilmenge einer Sammelprobe oder einer
reduzierten Sammelprobe.
§ 3 Probenahmegeraete
(1) Die Probenahmegeraete muessen aus einem Material bestehen, das die fuer die Probenahme
bestimmten Stoffe nicht beeinflusst.
(2) Fuer die Entnahme von Einzelproben sollen folgende Geraete benutzt werden:
1. zur Groesse der Partie und zur Teilchengroesse der Stoffe passende Probestecher mit
langem Schlitz oder Kammern,
2. Schaufeln mit ebenem Boden und rechtwinklig hochgebogenem Rand,
3. mechanische Vorrichtungen zur Entnahme aus Stoffen, die sich in Bewegung befinden
oder fuer die Probenahme bewegt werden,
4. fuer die Entnahme von Einzelproben aus fluessigen oder halbfluessigen Stoffen
a) Stechheber,
b) Schoepfheber mit Verschlusseinrichtungen.
Satz 1 gilt nicht fuer die Entnahme von Einzelproben bei Einzelfuttermitteln, die im
landwirtschaftlichen Betrieb erzeugt werden.
(3) Zur Herstellung von reduzierten Sammelproben und Endproben koennen Probeteiler
verwendet werden.
§ 4 Umfang einer Partie
Ist eine Partie so gross oder so gelagert, dass ihr nicht an jeder Stelle Einzelproben
entnommen werden koennen, so gilt fuer die Probenahme nur der Teil als Partie, dem die
Einzelproben entnommen worden sind.
§ 5 Einzelproben
(1) Bei den in Spalte 1 der folgenden Tabelle aufgefuehrten Partien ist die dort in
Spalte 2 festgesetzte Mindestzahl an Einzelproben zu ziehen.
------------------------------------------------------------------------
Art und Umfang der Partie Mindestzahl
der Einzelproben
------------------------------------------------------------------------
1 2
------------------------------------------------------------------------
1. Feste Stoffe, unverpackt (lose), Proben:
und Stoffe in Behaeltnissen ueber
100 kg:
Gruenfuttersilage, Ruebenblaetter,
Heu und Stroh 20
Weidepflanzen 50
sonstige Stoffe:
bis 2,5 t 7
ueber 2,5 t die Quadratwurzel aus
dem 20fachen Gewicht
der Partie in Tonnen,
aufgerundet auf ganze
Zahlen; hoechstens 40
2. Verpackte Stoffe: Packungen:
Packungen bis 1 kg
Inhalt 4
-3-
Packungen ueber 1 kg
Inhalt:
bis 4 Packungen alle
5 bis 16 Packungen 4
ueber 16 Packungen die Quadratwurzel aus
der Anzahl der Packungen,
aufgerundet auf ganze
Zahlen; hoechstens 20;
bei der Kontrolle auf
unerwuenschte Stoffe und
verbotene Stoffe (§§ 23 und 25
der Futtermittelverordnung),
die ungleichmaessig in
Futtermitteln verteilt
sein koennen, hoechstens 40
3. Fluessige und halbfluessige Behaeltnisse:
Stoffe:
Behaeltnisse bis 1 l
Inhalt 4
Behaeltnisse ueber 1 l
Inhalt:
bis 4 Behaeltnisse alle
5 bis 16 Behaeltnisse 4
ueber 16 Behaeltnisse die Quadratwurzel aus
der Anzahl der Behaeltnisse,
aufgerundet auf ganze
Zahlen; hoechstens 20
4. Futterbloecke und Futterbloecke oder
Lecksteine Lecksteine:
1 je Partie von 25 Einheiten;
hoechstens 4.
(2) Bei Packungen oder Behaeltnissen bis zu einem Kilogramm oder einem Liter Inhalt
sowie bei Futterbloecken und Lecksteinen bis zu einem Kilogramm Gewicht bildet jeweils
der Inhalt einer Packung oder eines Behaeltnisses, ein Futterblock oder ein Leckstein
die Einzelprobe. Bei Weidepflanzen bildet eine Handvoll des Aufwuchses die Einzelprobe.
§ 6 Sammelproben
(1) Fuer jede Partie ist eine einzige Sammelprobe zu bilden. Abweichend hiervon ist
bei der Kontrolle von Futtermitteln auf unerwuenschte Stoffe und verbotene Stoffe, die
ungleichmaessig verteilt sein koennen, z.B. Aflatoxin B1, Crotalaria-Arten, Mutterkorn
und Rizinus, je nach Art und Umfang der in Spalte 1 der folgenden Tabelle aufgefuehrten
Partien die dort in Spalte 2 festgesetzte Mindestzahl an Sammelproben zu bilden:
Art und Umfang der Partie Mindestzahl der Sammelproben je Partie
1 2
1. Feste Futtermittel, unverpackt (lose),
und Futtermittel in Behaeltnissen:
bis 1t 1
ueber 1t bis 10t 2
ueber 10t bis 40t 3
ueber 40t 4
2. Verpackte Futtermittel:
bis 16 Packungen 1
17 bis 200 Packungen 2
201 bis 800 Packungen 3
ueber 800 Packungen 4.
(2) Die Sammelproben, die aus den Einzelproben der in Spalte 1 der folgenden Tabelle
aufgefuehrten Partien zu bilden sind, duerfen die dort in Spalte 2 festgesetzten
Mindestmengen nicht unterschreiten; bei der Kontrolle von Futtermitteln auf
unerwuenschte Stoffe und verbotene Stoffe, die ungleichmaessig verteilt sein koennen, darf
die Menge jeder Sammelprobe vier Kilogramm oder vier Liter nicht unterschreiten.
-4-
------------------------------------------------------------------------
Art und Umfang der Partie Mindestmengen
der Sammelproben
------------------------------------------------------------------------
1 2
------------------------------------------------------------------------
1. Feste Futtermittel, unverpackt
(lose), und Futtermittel in
Behaeltnissen:
Heu, Stroh 1 kg
sonstige Futtermittel 4 kg
2. Verpackte Futtermittel:
bis 1 kg Inhalt Inhalt von
4 Packungen
ueber 1 kg Inhalt 4 kg
3. Fluessige oder halbfluessige
Futtermittel:
Behaeltnisse bis 1 l Inhalt von
Inhalt 4 Behaeltnissen
Behaeltnisse ueber 1 l
Inhalt 4 l
4. Futterbloecke und Lecksteine:
mit einem Einzelgewicht
bis 1 kg 4 Stueck
mit einem Einzelgewicht
ueber 1 kg 4 kg
5. Zusatzstoffe 200 g oder 200 ml
6. Vormischungen 1 kg oder 1 l
§ 7 Endproben
(1) Aus jeder Sammelprobe sind, falls erforderlich nach Bildung einer reduzierten
Sammelprobe, mindestens drei Endproben zu bilden.
(2) Die Endprobe darf je nach Art der in Spalte 1 der folgenden Tabelle aufgefuehrten
Partie die dort in Spalte 2 festgesetzte Mindestmenge nicht unterschreiten:
Art der Partie Mindestmengen der Endproben
1 2
1. Feste Futtermittel:
Heu, Stroh 250 g
Weidepflanzen, Gruenfutter, Gruenfuttersilage und
sonstiges Saftfutter 1 kg
sonstige Futtermittel 500 g
2. Fluessige oder halbfluessige Futtermittel 500 ml
3. Zusatzstoffe 50 g
4. Vormischungen 250 g.
§ 8 Entnahme und Bildung der Proben
(1) Die Proben sind so zu entnehmen und zu bilden, dass sie gegenueber der Partie
nicht veraendert oder verunreinigt werden. Die verwendeten Geraete, Arbeitsflaechen und
Behaeltnisse muessen sauber und trocken sein.
(2) Die Einzelproben sind nach dem Zufallsprinzip ueber die gesamte Partie verteilt zu
entnehmen. Das Gewicht oder Volumen der Einzelproben muss ungefaehr gleich sein. Bei der
Entnahme der Einzelproben ist wie folgt zu verfahren:
1. Bei losen Stoffen oder Stoffen in Behaeltnissen ueber 100 Kilogramm ist die Partie
gedanklich in ungefaehr gleiche Teile entsprechend der nach § 5 erforderlichen
Anzahl der Einzelproben aufzuteilen und jedem dieser Teile mindestens eine Probe zu
entnehmen. Die Einzelproben koennen auch einer fliessenden Partie entnommen werden.
2. Bei verpackten Stoffen ist jeder fuer die Probenahme bestimmten Packung - falls
erforderlich nach getrennter Entleerung - ein Teil des Inhalts zu entnehmen.
-5-
3. Bei fluessigen oder halbfluessigen, gleichmaessig vermischten oder vermischbaren
Stoffen ist jeder fuer die Probenahme bestimmten Packung oder jedem fuer die
Probenahme bestimmten Behaeltnis, gegebenenfalls nach gleichmaessiger Vermischung,
mindestens eine Einzelprobe zu entnehmen. Nummer 1 Satz 2 gilt entsprechend.
4. Bei fluessigen oder halbfluessigen nicht gleichmaessig vermischbaren Stoffen sind
aus den fuer die Probenahme bestimmten Behaeltnissen die Proben in verschiedenen
Hoehen zu entnehmen. Nummer 1 Satz 2 gilt entsprechend, jedoch sollen aus den
ersten durchlaufenden Teilmengen keine Proben entnommen werden. Das Volumen der
Sammelproben muss mindestens zehn Liter betragen.
5. Bei Futterbloecken und Lecksteinen ist aus jedem fuer die Probenahme bestimmten
Futterblock oder Leckstein ein Teil zu entnehmen.
(3) Abweichend von Absatz 2 sind Partien von Futtermitteln, bei denen der Gehalt
an solchen unerwuenschten Stoffen oder verbotenen Stoffen kontrolliert werden soll,
die ungleichmaessig verteilt sein koennen, gedanklich entsprechend der nach § 6 Abs. 1
vorgesehenen Anzahl der Sammelproben in ungefaehr gleiche Teile aufzuteilen. Auf diese
Teile ist die Gesamtzahl der nach § 5 erforderlichen Einzelproben ungefaehr gleichmaessig
zu verteilen. Dabei ist darauf zu achten, dass die aus verschiedenen Teilen der Partie
stammenden Einzelproben, die jeweils eine Sammelprobe ergeben muessen, nicht vermengt
werden.
(4) Aus den nach Absatz 2 gezogenen Einzelproben ist jeweils eine Sammelprobe zu
bilden. Die nach Absatz 3 gezogenen Einzelproben sind aus jedem Teil der Partie zu
sammeln; aus ihnen sind die Sammelproben nach § 6 Abs. 1 Satz 2 zu bilden. Dabei ist
die Herkunft jeder Sammelprobe anzugeben.
(5) Die Sammelprobe ist zu mischen, bis sie gleichmaessig ist. Klumpen sind getrennt vom
uebrigen Material zu zerdruecken und anschliessend wieder unterzumischen. Bei Bedarf kann
die Sammelprobe mit einem mechanischen Probeteiler oder nach dem Vierteilungsverfahren
bis auf zwei Kilogramm oder zwei Liter reduziert werden.
(6) Es sind alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, damit jede Veraenderung
der Zusammensetzung sowie Verunreinigung oder Beschaedigung der Probe waehrend des
Transportes oder der Lagerung vermieden wird.
§ 9 Behandlung der Endproben
(1) Die Endproben sind in saubere, trockene, feuchtigkeitsundurchlaessige und weitgehend
luftdicht verschliessbare Behaeltnisse abzufuellen. Diese sind zu verschliessen. Der
Verschluss ist durch Plombe oder Siegel so zu sichern, dass die Sicherung beim Oeffnen
des Behaeltnisses unbrauchbar wird.
(2) Die Endproben sind mindestens mit folgenden Angaben zu kennzeichnen:
1. Name und Anschrift der Ueberwachungsbehoerde
2. Nummer des Probenahmeprotokolls
3. Bezeichnung des Stoffes.
Die Kennzeichnung der Probe muss von der Plombe oder dem Siegel mit erfasst werden.
§ 10 Probenahmeprotokoll
(1) Ueber die Probenahme ist ein Probenahmeprotokoll zu fertigen, aus dem die Identitaet
der Partie eindeutig hervorgeht.
(2) Jeder Endprobe ist eine Ausfertigung des Probenahmeprotokolls beizufuegen.
§ 11 Verwendung der Endproben
Die Ueberwachungsbehoerde hat unverzueglich nach der Probenahme eine Endprobe der mit der
amtlichen Untersuchung beauftragten Stelle zu uebersenden. Je eine weitere Endprobe ist
fuer eine etwaige private oder amtlich veranlasste Gegenuntersuchung bestimmt.
-6-
§ 12 Analysemethoden
(1) Bei der amtlichen Untersuchung von Futtermitteln und Vormischungen werden die
Gehalte an Stoffen und die Eigenschaften nach den Analysemethoden bestimmt, die in
folgenden Richtlinien der Kommission der Europaeischen Gemeinschaften zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die amtliche Untersuchung von Futtermitteln
beschrieben sind:
Erste Richtlinie 71/250/EWG vom 15. Juni 1971 (ABl. EG Nr. L 155 S. 13), geaendert durch
die Richtlinien 81/680/EWG vom 30. Juli 1981 (ABl. EG Nr. L 246 S. 32), 98/54/EG vom
16. Juli 1998 (ABl. EG Nr. L 208 S. 49), 1999/27/EG vom 20. April 1999 (ABl. EG Nr. L
118 S. 36) und 2005/6/EG vom 26. Januar 2005 (ABl. EU Nr. L 24 S. 33) - 1. Richtlinie
-;
Zweite Richtlinie 71/393/EWG vom 18. November 1971 (ABl. EG Nr. L 279 S. 7), geaendert
durch die Richtlinien 73/47/EWG vom 5. Dezember 1972 (ABl. EG Nr. L 83 S. 35), 81/680/
EWG vom 30. Juli 1981 (ABl. EG Nr. L 246 S. 32), 84/4/EWG vom 20. Dezember 1983 (ABl.
EG 1984 Nr. L 15 S. 28) und 98/64/EG vom 3. September 1998 (ABl. EG Nr. L 257 S. 14) -
2. Richtlinie -;
Dritte Richtlinie 72/199/EWG vom 27. April 1972 (ABl. EG Nr. L 123 S. 6, berichtigt
ABl. EG 1980 Nr. L 320 S. 43), geaendert durch die Richtlinien 81/680/EWG vom 30. Juli
1981 (ABl. EG Nr. L 246 S. 32), 84/4/EWG vom 20. Dezember 1983 (ABl. EG 1984 Nr. L 15
S. 28), 93/28/EWG vom 4. Juni 1993 (ABl. EG Nr. L 179 S. 8), 98/54/EG vom 16. Juli 1998
(ABl. EG Nr. L 208 S. 49) und 1999/79/EG vom 27. Juli 1999 (ABl. EG Nr. L 209 S. 23) -
3. Richtlinie -;
Vierte Richtlinie 73/46/EWG vom 5. Dezember 1972 (ABl. EG Nr. L 83 S. 21), geaendert
durch die Richtlinien 81/680/EWG vom 30. Juli 1981 (ABl. EG Nr. L 246 S. 32), 92/89/
EWG vom 3. November 1992 (ABl. EG Nr. L 344 S. 35), 98/54/EG vom 16. Juli 1998 (ABl.
EG Nr. L 208 S. 49) und 1999/27/EG vom 20. April 1999 (ABl. EG Nr. L 118 S. 36) - 4.
Richtlinie -;
Fuenfte Richtlinie - aufgehoben -,
Sechste Richtlinie - aufgehoben -,
Siebte Richtlinie 76/372/EWG vom 1. Maerz 1976 (ABl. EG Nr. L 102 S. 8), geaendert durch
die Richtlinien 81/680/EWG vom 30. Juli 1981 (ABl. EG Nr. L 246 S. 32), 92/95/EWG vom
9. November 1992 (ABl. EG Nr. L 327 S. 54) und 94/14/EG vom 29. Maerz 1994 (ABl. EG Nr.
L 94 S. 30) - 7. Richtlinie -;
Achte Richtlinie 78/633/EWG vom 15. Juni 1978 (ABl. EG Nr. L 206 S. 43), geaendert durch
die Richtlinien 81/680/EWG vom 30. Juli 1981 (ABl. EG Nr. L 246 S. 32) und 84/4/EWG vom
20. Dezember 1983 (ABl. EG 1984 Nr. L 15 S. 28) - 8. Richtlinie -;
Neunte Richtlinie 81/715/EWG vom 31. Juli 1981 (ABl. EG Nr. L 257 S. 38) - 9.
Richtlinie -;
Zehnte Richtlinie 84/425/EWG vom 25. Juli 1984 (ABl. EG Nr. L 238 S. 34) - 10.
Richtlinie -;
Elfte Richtlinie 93/70/EWG vom 28. Juli 1993 (ABl. EG Nr. L 234 S. 17) - 11. Richtlinie
-;
Zwoelfte Richtlinie 93/117/EG vom 17. Dezember 1993 (ABl. EG Nr. L 329 S. 54) - 12.
Richtlinie -;
Richtlinie 98/64/EG der Kommission vom 3. September 1998 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die Bestimmung von Aminosaeuren, Rohfetten und
Olaquindox in Futtermitteln und zur Aenderung der Richtlinie 71/393/EWG (ABl. EG Nr. L
257 S. 14) - 13. Richtlinie -;
Richtlinie 1999/27/EG der Kommission vom 20. April 1999 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die Bestimmung von Amprolium, Diclazuril und
Carbadox in Futtermitteln sowie zur Aenderung der Richtlinien 71/250/EWG und 73/46/EWG
und zur Aufhebung der Richtlinie 74/203/EWG (ABl. EG Nr. L 118 S. 36) - 14. Richtlinie
-;
Richtlinie 1999/76/EG der Kommission vom 23. Juli 1999 zur Festlegung
gemeinschaftlicher Analysemethoden fuer die Bestimmung von Lasalocid-Natrium in
Futtermitteln (ABl. EG Nr. L 207 S. 13) - 15. Richtlinie -;
Richtlinie 2000/45/EG der Kommission vom 6. Juli 2000 zur Festlegung gemeinschaftlicher
Analysemethoden fuer die Bestimmung von Vitamin A, Vitamin E und Tryptophan in
Futtermitteln (ABl. EG Nr. L 174 S. 32) - 16. Richtlinie -;
-7-
Richtlinie 2003/126/EG der Kommission vom 23. Dezember 2003 ueber die Analysemethode
zur Bestimmung der Bestandteile tierischen Ursprungs bei der amtlichen Untersuchung von
Futtermitteln (ABl. EU Nr. L 339 S. 78) - 17. Richtlinie -.
Die Zuordnung der Stoffe und Eigenschaften zu den Richtlinien ergibt sich aus der
Anlage.
Fuer die
1. Vorbereitungen der Proben zur Analyse,
2. im Analyseverfahren verwendeten Reagenzien und Geraete,
3. Anwendung von Analysemethoden und die Formulierung der Ergebnisse
bei den in der Anlage genannten Stoffen gelten die allgemeinen Bestimmungen der Nummer
1 der Anlage der in Satz 1 genannten ersten Richtlinie.
(2) Sind fuer die amtliche Untersuchung von Stoffen keine Analysemethoden nach
Absatz 1 vorgeschrieben, ist die amtliche Untersuchung nach anerkannten, in Normen
internationaler Organisationen aufgefuehrten Methoden durchzufuehren. Sofern keine
Methoden nach Satz 1 vorliegen, ist die amtliche Untersuchung nach den Methoden
aus dem Handbuch der Landwirtschaftlichen Versuchs- und Untersuchungsmethodik
(VDLUFA-Methodenbuch), Band III "Die chemische Untersuchung von Futtermitteln",
5. Ergaenzungslieferung 2004, oder aus dem Handbuch Band VII "Umweltanalytik",
2. Auflage 2003, des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und
Forschungsanstalten (VDLUFA) durchzufuehren. Bezugsquelle der Methodenbuecher ist der
VDLUFA-Verlag, Obere Langgasse 40, D-67346 Speyer. Sofern keine Methoden nach Satz
2 vorliegen, muss die amtliche Untersuchung nach anderen, dem Stand der Technik
entsprechenden Methoden durchgefuehrt werden.
(3) (weggefallen)
§ 12a
Die Untersuchung von Stoffen auf Rueckstaende an Schaedlingsbekaempfungsmitteln wird nach
den fuer Lebensmittel geltenden Vorschriften durchgefuehrt. Dies gilt insbesondere im
Hinblick auf
1. die fachlichen Anforderungen an die nicht wissenschaftlich ausgebildeten Personen
nach der Lebensmittelkontrolleur-Verordnung vom 16. Juni 1977 (BGBl. I S. 1002) in
der jeweils geltenden Fassung,
2. die Anwendung der in der amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren
nach § 35 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenstaendegesetzes fuer stoffgleiche
Lebensmittel aufgefuehrten Analysemethoden; soweit darin fuer bestimmte Stoffe keine
Analysemethoden aufgefuehrt sind, muss eine Analysemethode angewendet werden, die
dem Anhang der Richtlinie 85/591/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 zur Einfuehrung
gemeinschaftlicher Probenahmeverfahren und Analysemethoden fuer die Kontrolle
von Lebensmitteln (ABl. EG Nr. L 372 S. 50) in der jeweils geltenden Fassung
entspricht,
3. die Anwendung der in der Richtlinie 2002/63/EG der Kommission vom 11. Juli 2002
zur Festlegung gemeinschaftlicher Probenahmeverfahren zur amtlichen Kontrolle von
Pestizidrueckstaenden in und auf Erzeugnissen pflanzlichen und tierischen Ursprungs
und zur Aufhebung der Richtlinie 79/700/EWG (ABl. EG Nr. L 187 S. 30) in der
jeweils geltenden Fassung festgelegten Probenahmeverfahren.
Soweit nach Nummer 3 fuer bestimmte Stoffe kein Probenahmeverfahren vorgeschrieben ist,
hat die Probenahme nach einem geeigneten Verfahren, insbesondere nach den Vorschriften
der §§ 3 ff. oder den in der amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren nach §
35 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenstaendegesetzes fuer stoffgleiche Lebensmittel
aufgefuehrten Probenahmeverfahren, zu erfolgen.
§ 12b
Bei der amtlichen Untersuchung der Gehalte von Dioxin in Futtermitteln sowie zur
Bestimmung von dioxinaehnlichen Polychlorierten Biphenylen (PCB) in Futtermitteln sind
-8-
1. die Proben nach dem Verfahren des Anhangs I der Richtlinie 2002/70/EG der
Kommission vom 26. Juli 2002 zur Festlegung von Anforderungen an die Bestimmung der
Gehalte an Dioxinen und dioxinaehnlichen PCB in Futtermitteln (ABl. EG Nr. L 209 S.
15), geaendert durch die Richtlinie 2005/7/EG vom 27. Januar 2005 (ABl. EU Nr. L 27
S. 41), zu nehmen,
2. bei der Probenvorbereitung und der Durchfuehrung der Untersuchung die im Anhang II
der Richtlinie 2002/70/EG, geaendert durch die Richtlinie 2005/7/EG, beschriebenen
Kriterien zu erfuellen,
3. die Analyseergebnisse nach den in Nummer 1 Buchstabe C Nr. 3 der Anlage der
Richtlinie 71/250/EWG, die durch die Richtlinien 81/680/EWG, 98/54/EG, 1999/27/EG
und 2005/6/EG geaendert worden ist, beschriebenen Bestimmungen zu formulieren.
Bei der amtlichen Untersuchung der Gehalte von anderen in Anlage 5 der
Futtermittelverordnung genannten unerwuenschten Stoffen als Dioxin, die nicht in der
Anlage aufgefuehrt sind, ist Satz 1 Nr. 3 entsprechend anzuwenden.
§ 13
(Inkrafttreten)
Anlage (zu § 12)
Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2000, 231;
bzgl. der einzelnen Aenderungen vgl. Fussnote
Stoff oder Eigenschaft Richtlinie
1 2
Aflatoxin B(tief)1 7. Richtlinie
Aminosaeuren 13. Richtlinie
Amprolium 14. Richtlinie
Asche:
- Rohasche 1. Richtlinie
- salzsaeureunloesliche Asche 1. Richtlinie
Avoparcin 9. Richtlinie
Bestandteile tierischen Ursprungs 17. Richtlinie
Blausaeure 1. Richtlinie
Calcium 1. Richtlinie
Carbonate 1. Richtlinie
Carbadox 14. Richtlinie
Chlor aus Chloriden 1. Richtlinie
Diclazuril 14. Richtlinie
Eisen 8. Richtlinie
Fett:
- Rohfett 2. Richtlinie
Feuchtigkeit:
- Feuchtigkeit in tierischen und pflanzlichen Fetten 4. Richtlinie
und Oelen
- Feuchtigkeit in anderen Stoffen 2. Richtlinie
Flavophospholipol 8. Richtlinie
Gossypol 3. Richtlinie
Halofuginon 11. Richtlinie
Harnstoff 1. Richtlinie
Kalium 1. Richtlinie
Kupfer 8. Richtlinie
Lactose 1. Richtlinie
Lasalocid-Natrium 15. Richtlinie
Magnesium 4. Richtlinie
Mangan 8. Richtlinie
Methylbenzoquat 12. Richtlinie
Monensin-Natrium 9. Richtlinie
Natrium 1. Richtlinie
Olaquindox 13. Richtlinie
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Stoff oder Eigenschaft Richtlinie
1 2
Pepsinaktivitaet 3. Richtlinie
Phosphor:
- Gesamtphosphor 2. Richtlinie
Protein:
- Rohprotein 3. Richtlinie
- fermentloesbares Rohprotein 3. Richtlinie
(Pepsin-Salzsaeure-Methode)
Robenidin 12. Richtlinie
Rohfaser 4. Richtlinie
Spiramycin 10. Richtlinie
Staerke 3. Richtlinie
(Polarimetrische Methode)
Stickstoffbasen, fluechtig 2. Richtlinie
Tryptophan 16. Richtlinie
Tylosin 3. Richtlinie
Ureaseaktivitaet in Sojaprodukten 1. Richtlinie
Virginiamycin 3. Richtlinie
Vitamin A (Retinol) 16. Richtlinie
Vitamin E 16. Richtlinie
Zink 8. Richtlinie
Zink-Bacitracin 8. Richtlinie
Zucker 1. Richtlinie
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