Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung
(BBodSchV)
BBodSchV

vom  12.07.1999



"Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung vom 12. Juli 1999 (BGBl. I S. 1554), die
durch Artikel 2 der Verordnung vom 23. Dezember 2004 (BGBl. I S. 3758) geaendert worden
ist"

Stand:     Geaendert durch Art. 2 V v. 23.12.2004 I 3758

Fussnote

Textnachweis ab: 17.7.1999

Eingangsformel
Auf Grund der §§ 6, 8 Abs. 1 und 2 und des § 13 Abs. 1 Satz 2 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes vom 17. Maerz 1998 (BGBl. I S. 502) verordnet die Bundesregierung
nach Anhoerung der beteiligten Kreise:

Inhaltsuebersicht
Erster Teil
     Allgemeine Vorschriften
§ 1          Anwendungsbereich
§ 2          Begriffsbestimmungen
Zweiter Teil
     Anforderungen an die Untersuchung und Bewertung von Verdachtsflaechen und
     altlastverdaechtigen Flaechen
§ 3          Untersuchung
§ 4          Bewertung
Dritter Teil
     Anforderungen an die Sanierung von schaedlichen Bodenveraenderungen und Altlasten
§ 5          Sanierungsmassnahmen, Schutz- und Beschraenkungsmassnahmen
Vierter Teil
     Ergaenzende Vorschriften fuer Altlasten
§ 6          Sanierungsuntersuchung und Sanierungsplanung
Fuenfter Teil
     Ausnahmen
§ 7          Ausnahmen
Sechster Teil
     Ergaenzende Vorschriften fuer die Gefahrenabwehr von schaedlichen Bodenveraenderungen
     auf Grund von Bodenerosion durch Wasser
§ 8          Gefahrenabwehr von schaedlichen Bodenveraenderungen auf Grund von
             Bodenerosion durch Wasser
Siebter Teil
     Vorsorge gegen das Entstehen schaedlicher Bodenveraenderungen
§ 9          Besorgnis schaedlicher Bodenveraenderungen
§ 10         Vorsorgeanforderungen
§ 11         Zulaessige Zusatzbelastung
§ 12         Anforderungen an das Aufbringen und Einbringen von Materialien auf oder in
             den Boden
Achter Teil
     Schlussbestimmungen
§ 13         Zugaenglichkeit von technischen Regeln und Normblaettern
§ 14         Inkrafttreten
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Anhang 1
    Anforderungen an die Probennahme, Analytik und Qualitaetssicherung bei der
    Untersuchung
1.          Untersuchungsumfang und erforderlicher Kenntnisstand
1.1         Orientierende Untersuchung
1.2         Detailuntersuchung
2.          Probennahme
2.1         Probennahmeplanung fuer Bodenuntersuchungen - Festlegung der
            Probennahmestellen und Beprobungstiefen
2.1.1       Wirkungspfad Boden - Mensch
2.1.2       Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze
2.1.3       Wirkungspfad Boden - Grundwasser
2.2         Probennahmeplanung Bodenluft
2.3         Probennahmeplanung bei abgeschobenem und ausgehobenem Bodenmaterial
2.4         Probengewinnung
2.4.1       Boeden, Bodenmaterial und sonstige Materialien
2.4.2       Bodenluft
2.5         Probenkonservierung, -transport und -lagerung
3.          Untersuchungsverfahren
3.1         Untersuchungsverfahren fuer Boeden, Bodenmaterial und sonstige Materialien
3.1.1       Probenauswahl und -vorbehandlung
3.1.2       Extraktion, Elution
3.1.3       Analysenverfahren
3.2         Untersuchung von Bodenluft
3.3         Verfahren zur Abschaetzung des Stoffeintrags aus Verdachtsflaechen oder
            altlastverdaechtigen Flaechen in das Grundwasser
4.          Qualitaetssicherung
4.1         Probennahme und Probenlagerung
4.2         Probenvorbehandlung und Analytik
5.          Abkuerzungsverzeichnis
5.1         Masseinheiten
5.2         Instrumentelle Analytik
5.3         Sonstige Abkuerzungen
6.          Normen, Technische Regeln und sonstige Methoden,
            Bezugsquellen
6.1         Normen, Technische Regeln und sonstige Methoden
6.2         Bezugsquellen
Anhang 2
    Massnahmen-, Pruef- und Vorsorgewerte
1.          Wirkungspfad Boden - Mensch (direkter Kontakt)
1.1         Abgrenzung der Nutzungen
1.2         Massnahmenwerte
1.3         Anwendung der Massnahmenwerte
1.4         Pruefwerte
2.          Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze
2.1         Abgrenzung der Nutzungen
2.2         Pruef- und Massnahmenwerte - Ackerbauflaechen und Nutzgaerten im Hinblick auf
            die Pflanzenqualitaet
2.3         Massnahmenwerte - Gruenlandflaechen im Hinblick auf die Pflanzenqualitaet
2.4         Pruefwerte - Ackerbauflaechen im Hinblick auf Wachstumsbeeintraechtigungen bei
            Kulturpflanzen
2.5         Anwendung der Pruef- und Massnahmenwerte
3.          Wirkungspfad Boden - Grundwasser
3.1         Pruefwerte zur Beurteilung des Wirkungspfads Boden - Grundwasser
3.2         Anwendung der Pruefwerte
4.          Vorsorgewerte fuer Boeden
4.1         Vorsorgewerte fuer Metalle
4.2         Vorsorgewerte fuer organische Stoffe
4.3         Anwendung der Vorsorgewerte
5.          Zulaessige zusaetzliche jaehrliche Frachten an Schadstoffen
            ueber alle Wirkungspfade
Anhang 3

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    Anforderungen an Sanierungsuntersuchungen und den Sanierungsplan
1.          Sanierungsuntersuchungen
2.          Sanierungsplan
Anhang 4
    Anforderungen an die Untersuchung und Bewertung von Flaechen, bei denen der Verdacht
    einer schaedlichen Bodenveraenderung auf Grund von Bodenerosion durch Wasser vorliegt
1.          Anwendung
2.          Untersuchung und Bewertung

Erster Teil
Allgemeine Vorschriften

§ 1 Anwendungsbereich
Diese Verordnung gilt fuer
1. die Untersuchung und Bewertung von Verdachtsflaechen, altlastverdaechtigen Flaechen,
   schaedlichen Bodenveraenderungen und Altlasten sowie fuer die Anforderungen an die
   Probennahme, Analytik und Qualitaetssicherung nach § 8 Abs. 3 und § 9 des Bundes-
   Bodenschutzgesetzes,
2. Anforderungen an die Gefahrenabwehr durch Dekontaminations- und Sicherungsmassnahmen
   sowie durch sonstige Schutz- und Beschraenkungsmassnahmen nach § 4 Abs. 2 bis 5, § 8
   Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 des Bundes-Bodenschutzgesetzes,
3. ergaenzende Anforderungen an Sanierungsuntersuchungen und Sanierungsplaene bei
   bestimmten Altlasten nach § 13 Abs. 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes,
4. Anforderungen zur Vorsorge gegen das Entstehen schaedlicher Bodenveraenderungen nach
   § 7 des Bundes-Bodenschutzgesetzes einschliesslich der Anforderungen an das Auf- und
   Einbringen von Materialien nach § 6 des Bundes-Bodenschutzgesetzes,
5. die Festlegung von Pruef- und Massnahmenwerten sowie von Vorsorgewerten
   einschliesslich der zulaessigen Zusatzbelastung nach § 8 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 und 2
   und Abs. 2 Nr. 1 und 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes.

§ 2 Begriffsbestimmungen
Im Sinne dieser Verordnung sind
1.   Bodenmaterial:
     Material aus Boeden im Sinne des § 2 Abs. 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes und
     deren Ausgangssubstraten einschliesslich Mutterboden, das im Zusammenhang mit
     Baumassnahmen oder anderen Veraenderungen der Erdoberflaeche ausgehoben, abgeschoben
     oder behandelt wird;
2.   Einwirkungsbereich:
     Bereich, in dem von einem Grundstueck im Sinne des § 2 Abs. 3 bis 6 des Bundes-
     Bodenschutzgesetzes Einwirkungen auf Schutzgueter zu erwarten sind oder in
     dem durch Einwirkungen auf den Boden die Besorgnis des Entstehens schaedlicher
     Bodenveraenderungen hervorgerufen wird;
3.   Orientierende Untersuchung:
     Oertliche Untersuchungen, insbesondere Messungen, auf der Grundlage der Ergebnisse
     der Erfassung zum Zweck der Feststellung, ob der Verdacht einer schaedlichen
     Bodenveraenderung oder Altlast ausgeraeumt ist oder ein hinreichender Verdacht im
     Sinne des § 9 Abs. 2 Satz 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes besteht;
4.   Detailuntersuchung:
     Vertiefte weitere Untersuchung zur abschliessenden Gefaehrdungsabschaetzung,
     die insbesondere der Feststellung von Menge und raeumlicher Verteilung
     von Schadstoffen, ihrer mobilen oder mobilisierbaren Anteile, ihrer
     Ausbreitungsmoeglichkeiten in Boden, Gewaesser und Luft sowie der Moeglichkeit ihrer
     Aufnahme durch Menschen, Tiere und Pflanzen dient;
5.   Sickerwasserprognose:
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      Abschaetzung der von einer Verdachtsflaeche, altlastverdaechtigen Flaeche, schaedlichen
      Bodenveraenderung oder Altlast ausgehenden oder in ueberschaubarer Zukunft
      zu erwartenden Schadstoffeintraege ueber das Sickerwasser in das Grundwasser,
      unter Beruecksichtigung von Konzentrationen und Frachten und bezogen auf den
      Uebergangsbereich von der ungesaettigten zur wassergesaettigten Zone;
6.    Schadstoffe:
      Stoffe und Zubereitungen, die auf Grund ihrer Gesundheitsschaedlichkeit, ihrer
      Langlebigkeit oder Bioverfuegbarkeit im Boden oder auf Grund anderer Eigenschaften
      und ihrer Konzentration geeignet sind, den Boden in seinen Funktionen zu schaedigen
      oder sonstige Gefahren hervorzurufen;
7.    Expositionsbedingungen:
      Durch oertliche Gegebenheiten und die Grundstuecksnutzung im Einzelfall gepraegte Art
      und Weise, in der Schutzgueter der Wirkung von Schadstoffen ausgesetzt sein koennen;
8.    Wirkungspfad:
      Weg eines Schadstoffes von der Schadstoffquelle bis zu dem Ort einer moeglichen
      Wirkung auf ein Schutzgut;
9.    Hintergrundgehalt:
      Schadstoffgehalt eines Bodens, der sich aus dem geogenen (natuerlichen) Grundgehalt
      eines Bodens und der ubiquitaeren Stoffverteilung als Folge diffuser Eintraege in
      den Boden zusammensetzt;
10.   Erosionsflaeche:
      Flaeche, von der Bodenmaterial mit Oberflaechenabfluss abgespuelt wird;
11.   Durchwurzelbare Bodenschicht:
      Bodenschicht, die von den Pflanzenwurzeln in Abhaengigkeit von den natuerlichen
      Standortbedingungen durchdrungen werden kann.


Zweiter Teil
Anforderungen an die Untersuchung und Bewertung von
Verdachtsflaechen und altlastverdaechtigen Flaechen

§ 3 Untersuchung
(1) Anhaltspunkte fuer das Vorliegen einer Altlast bestehen bei einem Altstandort
insbesondere, wenn auf Grundstuecken ueber einen laengeren Zeitraum oder in erheblicher
Menge mit Schadstoffen umgegangen wurde und die jeweilige Betriebs-, Bewirtschaftungs-
oder Verfahrensweise oder Stoerungen des bestimmungsgemaessen Betriebs nicht unerhebliche
Eintraege solcher Stoffe in den Boden vermuten lassen. Bei Altablagerungen sind diese
Anhaltspunkte insbesondere dann gegeben, wenn die Art des Betriebs oder der Zeitpunkt
der Stillegung den Verdacht nahelegen, dass Abfaelle nicht sachgerecht behandelt,
gelagert oder abgelagert wurden.

(2) Absatz 1 Satz 1 gilt fuer schaedliche Bodenveraenderungen entsprechend. Anhaltspunkte
fuer das Vorliegen einer schaedlichen Bodenveraenderung ergeben sich ergaenzend zu Absatz 1
insbesondere durch allgemeine oder konkrete Hinweise auf
1. den Eintrag von Schadstoffen ueber einen laengeren Zeitraum und in erheblicher Menge
   ueber die Luft oder Gewaesser oder durch eine Aufbringung erheblicher Frachten an
   Abfaellen oder Abwaesser auf Boeden,
2. eine erhebliche Freisetzung naturbedingt erhoehter Gehalte an Schadstoffen in Boeden,
3. erhoehte Schadstoffgehalte in Nahrungs- oder Futterpflanzen am Standort,
4. das Austreten von Wasser mit erheblichen Frachten an Schadstoffen aus Boeden oder
   Altablagerungen,
5. erhebliche Bodenabtraege und -ablagerungen durch Wasser oder Wind.
Einzubeziehen sind dabei auch Erkenntnisse auf Grund allgemeiner Untersuchungen
oder Erfahrungswerte aus Vergleichssituationen insbesondere zur Ausbreitung von
Schadstoffen.
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(3) Liegen Anhaltspunkte nach Absatz 1 oder 2 vor, soll die Verdachtsflaeche oder
altlastverdaechtige Flaeche nach der Erfassung zunaechst einer orientierenden Untersuchung
unterzogen werden.

(4) Konkrete Anhaltspunkte, die den hinreichenden Verdacht einer schaedlichen
Bodenveraenderung oder Altlast begruenden (§ 9 Abs. 2 Satz 1 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes), liegen in der Regel vor, wenn Untersuchungen eine Ueberschreitung
von Pruefwerten ergeben oder wenn auf Grund einer Bewertung nach § 4 Abs. 3
eine Ueberschreitung von Pruefwerten zu erwarten ist. Besteht ein hinreichender
Verdacht im Sinne des Satzes 1 oder auf Grund sonstiger Feststellungen, soll eine
Detailuntersuchung durchgefuehrt werden.

(5) Bei Detailuntersuchungen soll auch festgestellt werden, ob sich aus raeumlich
begrenzten Anreicherungen von Schadstoffen innerhalb einer Verdachtsflaeche oder
altlastverdaechtigen Flaeche Gefahren ergeben und ob und wie eine Abgrenzung von nicht
belasteten Flaechen geboten ist. Von einer Detailuntersuchung kann abgesehen werden,
wenn die von schaedlichen Bodenveraenderungen oder Altlasten ausgehenden Gefahren,
erheblichen Nachteile oder erheblichen Belaestigungen nach Feststellung der zustaendigen
Behoerde mit einfachen Mitteln abgewehrt oder sonst beseitigt werden koennen.

(6) Soweit auf Grund der oertlichen Gegebenheiten oder nach den Ergebnissen von
Bodenluftuntersuchungen Anhaltspunkte fuer die Ausbreitung von fluechtigen Schadstoffen
aus einer Verdachtsflaeche oder altlastverdaechtigen Flaeche in Gebaeude bestehen, soll
eine Untersuchung der Innenraumluft erfolgen; die Aufgaben und Befugnisse anderer
Behoerden bleiben unberuehrt.

(7) Im Rahmen von Untersuchungsanordnungen nach § 9 Abs. 2 Satz 1 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes kommen auch wiederkehrende Untersuchungen der Schadstoffausbreitung
und der hierfuer massgebenden Umstaende in Betracht.

(8) Die Anforderungen an die Untersuchung von Boeden, Bodenmaterial und sonstigen
Materialien sowie von Bodenluft, Deponiegas und Sickerwasser bestimmen sich im uebrigen
nach Anhang 1.

§ 4 Bewertung
(1) Die Ergebnisse der orientierenden Untersuchungen sind nach dieser Verordnung unter
Beachtung der Gegebenheiten des Einzelfalls insbesondere auch anhand von Pruefwerten zu
bewerten.

(2) Liegen der Gehalt oder die Konzentration eines Schadstoffes unterhalb des
jeweiligen Pruefwertes in Anhang 2, ist insoweit der Verdacht einer schaedlichen
Bodenveraenderung oder Altlast ausgeraeumt. Wird ein Pruefwert nach Anhang 2 Nr.
3 am Ort der Probennahmen ueberschritten, ist im Einzelfall zu ermitteln, ob die
Schadstoffkonzentration im Sickerwasser am Ort der Beurteilung den Pruefwert uebersteigt.
Massnahmen im Sinne des § 2 Abs. 7 oder 8 des Bundes-Bodenschutzgesetzes koennen bereits
dann erforderlich sein, wenn im Einzelfall alle bei der Ableitung eines Pruefwertes
nach Anhang 2 angenommenen unguenstigen Umstaende zusammentreffen und der Gehalt oder
die Konzentration eines Schadstoffes geringfuegig oberhalb des jeweiligen Pruefwertes in
Anhang 2 liegt.

(3) Zur Bewertung der von Verdachtsflaechen oder altlastverdaechtigen Flaechen ausgehenden
Gefahren fuer das Grundwasser ist eine Sickerwasserprognose zu erstellen. Wird eine
Sickerwasserprognose auf Untersuchungen nach Anhang 1 Nr. 3.3 gestuetzt, ist im
Einzelfall insbesondere abzuschaetzen und zu bewerten, inwieweit zu erwarten ist,
dass die Schadstoffkonzentration im Sickerwasser den Pruefwert am Ort der Beurteilung
ueberschreitet. Ort der Beurteilung ist der Bereich des Uebergangs von der ungesaettigten
in die gesaettigte Zone.

(4) Die Ergebnisse der Detailuntersuchung sind nach dieser Verordnung unter Beachtung
der Gegebenheiten des Einzelfalls, insbesondere auch anhand von Massnahmenwerten,
daraufhin zu bewerten, inwieweit Massnahmen nach § 2 Abs. 7 oder 8 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes erforderlich sind.


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(5) Soweit in dieser Verordnung fuer einen Schadstoff kein Pruef- oder Massnahmenwert
festgesetzt ist, sind fuer die Bewertung die zur Ableitung der entsprechenden Werte in
Anhang 2 herangezogenen Methoden und Massstaebe zu beachten. Diese sind im Bundesanzeiger
Nr. 161a vom 28. August 1999 veroeffentlicht.

(6) Liegt innerhalb einer Verdachtsflaeche oder altlastverdaechtigen Flaeche auf
Teilflaechen eine von der vorherrschenden Nutzung abweichende empfindlichere Nutzung
vor, sind diese Teilflaechen nach den fuer ihre Nutzung jeweils festgesetzten Massstaeben
zu bewerten.

(7) Liegen im Einzelfall Erkenntnisse aus Grundwasseruntersuchungen vor, sind
diese bei der Bewertung im Hinblick auf Schadstoffeintraege in das Grundwasser zu
beruecksichtigen. Wenn erhoehte Schadstoffkonzentrationen im Sickerwasser oder andere
Schadstoffaustraege auf Dauer nur geringe Schadstofffrachten und nur lokal begrenzt
erhoehte Schadstoffkonzentrationen in Gewaessern erwarten lassen, ist dieser Sachverhalt
bei der Pruefung der Verhaeltnismaessigkeit von Untersuchungs- und Sanierungsmassnahmen zu
beruecksichtigen. Wasserrechtliche Vorschriften bleiben unberuehrt.

(8) Eine schaedliche Bodenveraenderung besteht nicht bei Boeden mit naturbedingt erhoehten
Gehalten an Schadstoffen allein auf Grund dieser Gehalte, soweit diese Stoffe nicht
durch Einwirkungen auf den Boden in erheblichem Umfang freigesetzt wurden oder werden.
Bei Boeden mit grossflaechig siedlungsbedingt erhoehten Schadstoffgehalten kann ein
Vergleich dieser Gehalte mit den im Einzelfall ermittelten Schadstoffgehalten in die
Gefahrenbeurteilung einbezogen werden.

Dritter Teil
Anforderungen an die Sanierung von schaedlichen
Bodenveraenderungen und Altlasten

§ 5 Sanierungsmassnahmen, Schutz- und Beschraenkungsmassnahmen
(1) Dekontaminationsmassnahmen sind zur Sanierung geeignet, wenn sie auf technisch
und wirtschaftlich durchfuehrbaren Verfahren beruhen, die ihre praktische Eignung zur
umweltvertraeglichen Beseitigung oder Verminderung der Schadstoffe gesichert erscheinen
lassen. Dabei sind auch die Folgen des Eingriffs insbesondere fuer Boeden und Gewaesser
zu beruecksichtigen. Nach Abschluss einer Dekontaminationsmassnahme ist das Erreichen des
Sanierungsziels gegenueber der zustaendigen Behoerde zu belegen.

(2) Wenn Schadstoffe nach § 4 Abs. 5 des Bundes-Bodenschutzgesetzes zu beseitigen
sind und eine Vorbelastung besteht, sind vom Pflichtigen grundsaetzlich die Leistungen
zu verlangen, die er ohne Vorbelastung zu erbringen haette. Die zuvor bestehenden
Nutzungsmoeglichkeiten des Grundstuecks sollen wiederhergestellt werden.

(3) Sicherungsmassnahmen sind zur Sanierung geeignet, wenn sie gewaehrleisten, dass durch
die im Boden oder in Altlasten verbleibenden Schadstoffe dauerhaft keine Gefahren,
erheblichen Nachteile oder erheblichen Belaestigungen fuer den einzelnen oder die
Allgemeinheit entstehen. Hierbei ist das Gefahrenpotential der im Boden verbleibenden
Schadstoffe und deren Umwandlungsprodukte zu beruecksichtigen. Eine nachtraegliche
Wiederherstellung der Sicherungswirkung im Sinne des Satzes 1 muss moeglich sein. Die
Wirksamkeit von Sicherungsmassnahmen ist gegenueber der zustaendigen Behoerde zu belegen
und dauerhaft zu ueberwachen.

(4) Als Sicherungsmassnahme kommt auch eine geeignete Abdeckung schaedlich veraenderter
Boeden oder Altlasten mit einer Bodenschicht oder eine Versiegelung in Betracht.

(5) Auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flaechen kommen bei schaedlichen
Bodenveraenderungen oder Altlasten vor allem Schutz- und Beschraenkungsmassnahmen
durch Anpassungen der Nutzung und der Bewirtschaftung von Boeden sowie
Veraenderungen der Bodenbeschaffenheit in Betracht. Ueber die getroffenen Schutz-
und Beschraenkungsmassnahmen sind Aufzeichnungen zu fuehren. Mit der zustaendigen
landwirtschaftlichen Fachbehoerde ist Einvernehmen herbeizufuehren. § 17 Abs. 3 des
Bundes-Bodenschutzgesetzes bleibt unberuehrt.
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(6) Soll abgeschobenes, ausgehobenes oder behandeltes Material im Rahmen der Sanierung
im Bereich derselben schaedlichen Bodenveraenderung oder Altlast oder innerhalb
des Gebietes eines fuer verbindlich erklaerten Sanierungsplans wieder auf- oder
eingebracht oder umgelagert werden, sind die Anforderungen nach § 4 Abs. 3 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes zu erfuellen.

Vierter Teil
Ergaenzende Vorschriften fuer Altlasten

§ 6 Sanierungsuntersuchung und Sanierungsplanung
(1) Bei Sanierungsuntersuchungen ist insbesondere auch zu pruefen, mit welchen Massnahmen
eine Sanierung im Sinne des § 4 Abs. 3 des Bundes-Bodenschutzgesetzes erreicht werden
kann, inwieweit Veraenderungen des Bodens nach der Sanierung verbleiben und welche
rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Gegebenheiten fuer die Durchfuehrung der
Massnahmen von Bedeutung sind.

(2) Bei der Erstellung eines Sanierungsplans sind die Massnahmen nach § 13 Abs. 1
Satz 1 Nr. 3 des Bundes-Bodenschutzgesetzes textlich und zeichnerisch vollstaendig
darzustellen. In dem Sanierungsplan ist darzulegen, dass die vorgesehenen Massnahmen
geeignet sind, dauerhaft Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belaestigungen
fuer den einzelnen oder die Allgemeinheit zu vermeiden. Darzustellen sind insbesondere
auch die Auswirkungen der Massnahmen auf die Umwelt und die voraussichtlichen Kosten
sowie die erforderlichen Zulassungen, auch soweit ein verbindlicher Sanierungsplan nach
§ 13 Abs. 6 des Bundes-Bodenschutzgesetzes diese nicht einschliessen kann.

(3) Die Anforderungen an eine Sanierungsuntersuchung und an einen Sanierungsplan
bestimmten sich im uebrigen nach Anhang 3.

Fuenfter Teil
Ausnahmen

§ 7 Ausnahmen
Auf schaedliche Bodenveraenderungen und Altlasten, bei denen nach Feststellung der
zustaendigen Behoerde Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belaestigungen
mit einfachen Mitteln abgewehrt oder sonst beseitigt werden koennen, findet § 6 keine
Anwendung.

Sechster Teil
Ergaenzende Vorschriften fuer die Gefahrenabwehr von
schaedlichen Bodenveraenderungen auf Grund von Bodenerosion
durch Wasser

§ 8 Gefahrenabwehr von schaedlichen Bodenveraenderungen auf Grund von
Bodenerosion durch Wasser
(1) Von dem Vorliegen einer schaedlichen Bodenveraenderung auf Grund von Bodenerosion
durch Wasser ist insbesondere dann auszugehen, wenn
1. durch Oberflaechenabfluss erhebliche Mengen Bodenmaterials aus einer Erosionsflaeche
   geschwemmt wurden und
2. weitere Bodenabtraege gemaess Nummer 1 zu erwarten sind.




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(2) Anhaltspunkte fuer das Vorliegen einer schaedlichen Bodenveraenderung auf Grund von
Bodenerosion durch Wasser ergeben sich insbesondere, wenn ausserhalb der vermeintlichen
Erosionsflaeche gelegene Bereiche durch abgeschwemmtes Bodenmaterial befrachtet wurden.

(3) Bestehen Anhaltspunkte nach Absatz 2, ist zu ermitteln, ob eine schaedliche
Bodenveraenderung auf Grund von Bodenerosion durch Wasser vorliegt. Ist feststellbar,
auf welche Erosionsflaeche die Bodenabschwemmung zurueckgefuehrt werden kann und dass aus
dieser erhebliche Mengen Bodenmaterials abgeschwemmt wurden, so ist zu pruefen, ob die
Voraussetzungen des Absatzes 1 Nr. 2 erfuellt sind.

(4) Die Bewertung der Ergebnisse der Untersuchungen erfolgt einzelfallbezogen unter
Beruecksichtigung der Besonderheiten des Standortes. Weitere Bodenabtraege sind zu
erwarten, wenn
1. in den zurueckliegenden Jahren bereits mehrfach erhebliche Mengen Bodenmaterials aus
   derselben Erosionsflaeche geschwemmt wurden oder
2. sich aus den Standortdaten und den Daten ueber die langjaehrigen
   Niederschlagsverhaeltnisse des Gebietes ergibt, dass in einem Zeitraum von zehn
   Jahren mit hinreichender Wahrscheinlichkeit mit dem erneuten Eintritt von
   Bodenabtraegen gemaess Absatz 1 Nr. 1 zu rechnen ist.

(5) Die weiteren Anforderungen an die Untersuchung und Bewertung von Flaechen, bei denen
der Verdacht einer schaedlichen Bodenveraenderung auf Grund von Bodenerosion durch Wasser
vorliegt, sind in Anhang 4 bestimmt.

(6) Wird die Erosionsflaeche landwirtschaftlich genutzt, ist der zustaendigen
Beratungsstelle gemaess § 17 des Bundes-Bodenschutzgesetzes die Gelegenheit zu geben,
im Rahmen der Beratung geeignete erosionsmindernde Massnahmen fuer die Nutzung der
Erosionsflaeche zu empfehlen. Bei Anordnungen ist Einvernehmen mit der zustaendigen
landwirtschaftlichen Fachbehoerde herbeizufuehren.

Siebter Teil
Vorsorge gegen das Entstehen schaedlicher
Bodenveraenderungen

§ 9 Besorgnis schaedlicher Bodenveraenderungen
(1) Das Entstehen schaedlicher Bodenveraenderungen nach § 7 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes ist in der Regel zu besorgen, wenn
1. Schadstoffgehalte im Boden gemessen werden, die die Vorsorgewerte nach Anhang 2 Nr.
   4 ueberschreiten, oder
2. eine erhebliche Anreicherung von anderen Schadstoffen erfolgt, die auf Grund ihrer
   krebserzeugenden, erbgutveraendernden, fortpflanzungsgefaehrdenden oder toxischen
   Eigenschaften in besonderem Masse geeignet sind, schaedliche Bodenveraenderungen
   herbeizufuehren.
§ 17 Abs. 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes bleibt unberuehrt.

(2) Bei Boeden mit naturbedingt erhoehten Schadstoffgehalten besteht die Besorgnis des
Entstehens schaedlicher Bodenveraenderungen bei einer Ueberschreitung der Vorsorgewerte
nach Anhang 2 Nr. 4 nur, wenn eine erhebliche Freisetzung von Schadstoffen oder
zusaetzliche Eintraege durch die nach § 7 Satz 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes
Verpflichteten nachteilige Auswirkungen auf die Bodenfunktionen erwarten lassen.

(3) Absatz 2 gilt entsprechend bei Boeden mit grossflaechig siedlungsbedingt erhoehten
Schadstoffgehalten.

§ 10 Vorsorgeanforderungen
(1) Sind die Voraussetzungen des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 oder 3 gegeben, hat
der nach § 7 des Bundes-Bodenschutzgesetzes Verpflichtete Vorkehrungen zu treffen,

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um weitere durch ihn auf dem Grundstueck und dessen Einwirkungsbereich verursachte
Schadstoffeintraege zu vermeiden oder wirksam zu vermindern, soweit dies auch im
Hinblick auf den Zweck der Nutzung des Grundstuecks verhaeltnismaessig ist. Dazu gehoeren
auch technische Vorkehrungen an Anlagen oder Verfahren sowie Massnahmen zur Untersuchung
und Ueberwachung von Boeden. Fuer die Untersuchung gilt Anhang 1 entsprechend.

(2) Eintraege von Schadstoffen im Sinne des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, fuer die keine
Vorsorgewerte festgesetzt sind, sind nach Massgabe von Absatz 1 soweit technisch
moeglich und wirtschaftlich vertretbar zu begrenzen. Dies gilt insbesondere fuer die
Stoffe, die nach der Gefahrstoffverordnung als krebserzeugend, erbgutveraendernd oder
fortpflanzungsgefaehrdend eingestuft sind.

§ 11 Zulaessige Zusatzbelastung
(1) Werden die in Anhang 2 Nr. 4.1 festgesetzten Vorsorgewerte bei einem Schadstoff
ueberschritten, ist insoweit eine Zusatzbelastung bis zur Hoehe der in Anhang 2
Nr. 5 festgesetzten jaehrlichen Frachten des Schadstoffes zulaessig. Dabei sind die
Einwirkungen auf den Boden ueber Luft und Gewaesser sowie durch unmittelbare Eintraege zu
beachten.

(2) Soweit die in Anhang 2 Nr. 5 festgesetzte zulaessige Zusatzbelastung bei einem
Schadstoff ueberschritten ist, sind die geogenen oder grossflaechig siedlungsbedingten
Vorbelastungen im Einzelfall zu beruecksichtigen.

(3) Die in Anhang 2 Nr. 5 festgesetzten Frachten bestimmen nicht im Sinne des §
3 Abs. 3 Satz 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes, welche Zusatzbelastungen durch
den Betrieb einer Anlage nicht als ursaechlicher Beitrag zum Entstehen schaedlicher
Bodenveraenderungen anzusehen sind.

§ 12 Anforderungen an das Aufbringen und Einbringen von Materialien auf
oder in den Boden
(1) Zur Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht duerfen in und auf Boeden
nur Bodenmaterial sowie Baggergut nach DIN 19731 (Ausgabe 5/98) und Gemische von
Bodenmaterial mit solchen Abfaellen, die die stofflichen Qualitaetsanforderungen der
nach § 8 des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes erlassenen Verordnungen sowie der
Klaerschlammverordnung erfuellen, auf- und eingebracht werden.

(2) Das Auf- und Einbringen von Materialien auf oder in eine durchwurzelbare
Bodenschicht oder zur Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht im Rahmen von
Rekultivierungsvorhaben einschliesslich Wiedernutzbarmachung ist zulaessig, wenn
- insbesondere nach Art, Menge, Schadstoffgehalten und physikalischen Eigenschaften
  der Materialien sowie nach den Schadstoffgehalten der Boeden am Ort des Auf- oder
  Einbringens die Besorgnis des Entstehens schaedlicher Bodenveraenderungen gemaess § 7
  Satz 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes und § 9 dieser Verordnung nicht hervorgerufen
  wird und
- mindestens eine der in § 2 Abs. 2 Nr. 1 und 3 Buchstabe b und c des Bundes-
  Bodenschutzgesetzes genannten Bodenfunktionen nachhaltig gesichert oder
  wiederhergestellt wird.
Die Zwischenlagerung und die Umlagerung von Bodenmaterial auf Grundstuecken im Rahmen
der Errichtung oder des Umbaus von baulichen und betrieblichen Anlagen unterliegen
nicht den Regelungen dieses Paragraphen, wenn das Bodenmaterial am Herkunftsort
wiederverwendet wird.

(3) Die nach § 7 des Bundes-Bodenschutzgesetzes Pflichtigen haben vor dem Auf- und
Einbringen die notwendigen Untersuchungen der Materialien nach den Vorgaben in Anhang 1
durchzufuehren oder zu veranlassen. Die nach § 10 Abs. 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes
zustaendige Behoerde kann weitere Untersuchungen hinsichtlich der Standort- und
Bodeneigenschaften anordnen, wenn das Entstehen einer schaedlichen Bodenveraenderung zu
besorgen ist; hierbei sind die Anforderungen nach DIN 19731 (Ausgabe 5/98) zu beachten.



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(4) Bei landwirtschaftlicher Folgenutzung sollen im Hinblick auf kuenftige
unvermeidliche Schadstoffeintraege durch Bewirtschaftungsmassnahmen oder atmosphaerische
Schadstoffeintraege die Schadstoffgehalte in der entstandenen durchwurzelbaren
Bodenschicht 70 Prozent der Vorsorgewerte nach Anhang 2 Nr. 4 nicht ueberschreiten.

(5) Beim Aufbringen von Bodenmaterial auf landwirtschaftlich einschliesslich
gartenbaulich genutzte Boeden ist deren Ertragsfaehigkeit nachhaltig zu sichern oder
wiederherzustellen und darf nicht dauerhaft verringert werden.

(6) Bei der Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht fuer eine
landwirtschaftliche Folgenutzung im Rahmen von Rekultivierungsvorhaben einschliesslich
Wiedernutzbarmachung soll nach Art, Menge und Schadstoffgehalt geeignetes Bodenmaterial
auf- oder eingebracht werden.

(7) Die Naehrstoffzufuhr durch das Auf- und Einbringen von Materialien in und auf
den Boden ist nach Menge und Verfuegbarkeit dem Pflanzenbedarf der Folgevegetation
anzupassen, um insbesondere Naehrstoffeintraege in Gewaesser weitestgehend zu vermeiden.
DIN 18919 (Ausgabe 09/90) ist zu beachten.

(8) Von dem Auf- und Einbringen von Materialien sollen Boeden, welche die
Bodenfunktionen nach § 2 Abs. 2 Nr. 1 und 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes im
besonderen Masse erfuellen, ausgeschlossen werden. Dies gilt auch fuer Boeden im Wald, in
Wasserschutzgebieten nach § 19 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes, in nach den §§ 13,
14, 14a, 17, 18, 19b und 20c des Bundesnaturschutzgesetzes rechtsverbindlich unter
Schutz gestellten Gebieten und Teilen von Natur und Landschaft sowie fuer die Boeden der
Kernzonen von Naturschutzgrossprojekten des Bundes von gesamtstaatlicher Bedeutung. Die
fachlich zustaendigen Behoerden koennen hiervon Abweichungen zulassen, wenn ein Auf- und
Einbringen aus forst- oder naturschutzfachlicher Sicht oder zum Schutz des Grundwassers
erforderlich ist.

(9) Beim Auf- und Einbringen von Materialien auf oder in den Boden sollen
Verdichtungen, Vernaessungen und sonstige nachteilige Bodenveraenderungen durch geeignete
technische Massnahmen sowie durch Beruecksichtigung der Menge und des Zeitpunktes des
Aufbringens vermieden werden. Nach Aufbringen von Materialien mit einer Maechtigkeit
von mehr als 20 Zentimetern ist auf die Sicherung oder den Aufbau eines stabilen
Bodengefueges hinzuwirken. DIN 19731 (Ausgabe 5/98) ist zu beachten.

(10) In Gebieten mit erhoehten Schadstoffgehalten in Boeden ist eine Verlagerung von
Bodenmaterial innerhalb des Gebietes zulaessig, wenn die in § 2 Abs. 2 Nr. 1 und 3
Buchstabe b und c des Bundes-Bodenschutzgesetzes genannten Bodenfunktionen nicht
zusaetzlich beeintraechtigt werden und insbesondere die Schadstoffsituation am Ort des
Aufbringens nicht nachteilig veraendert wird. Die Gebiete erhoehter Schadstoffgehalte
koennen von der zustaendigen Behoerde festgelegt werden. Dabei kann die zustaendige Behoerde
auch Abweichungen von den Absaetzen 3 und 4 zulassen.

(11) § 5 Abs. 6 bleibt unberuehrt.

(12) Absatz 3 gilt nicht fuer das Auf- und Einbringen von Bodenmaterial auf die
landwirtschaftliche Nutzflaeche nach lokal begrenzten Erosionsereignissen oder zur
Rueckfuehrung von Bodenmaterial aus der Reinigung landwirtschaftlicher Ernteprodukte.

Achter Teil
Schlussbestimmungen

§ 13 Zugaenglichkeit von technischen Regeln und Normblaettern
(1) Technische Regeln und Normblaetter, auf die in dieser Verordnung verwiesen wird,
sind beim Deutschen Patentamt archivmaessig gesichert hinterlegt. Die Bezugsquellen sind
in Anhang 1 Nr. 6.2 aufgefuehrt.

(2) Verweisungen auf Entwuerfe von technischen Normen in den Anhaengen beziehen
sich jeweils auf die Fassung, die zu dem in der Verweisung angegebenen Zeitpunkt
veroeffentlicht ist.
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§ 14 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkuendung in Kraft.

Schlussformel
Der Bundesrat hat zugestimmt.

Anhang 1
Fundstelle: BGBl. I 1999, 1561 - 1574

       Anforderungen an die Probennahme, Analytik und Qualitaetssicherung bei der
       Untersuchung


Dieser Anhang findet Anwendung bei der Untersuchung von Boeden, Bodenmaterialien und
sonstigen Materialien, die im Boden oder auf den Boeden von Verdachtsflaechen oder
altlastverdaechtigen Flaechen vorkommen, oder zum Auf- und Einbringen vorgesehen sind,
sowie von Bodenluft.
Bei altlastverdaechtigen Altablagerungen richten sich der Untersuchungsumfang und
die Probennahme, insbesondere hinsichtlich der Untersuchungen auf Deponiegas,
leichtfluechtige Schadstoffe, abgelagerte Abfaelle und des Uebergangs von Schadstoffen in
das Grundwasser, nach den Erfordernissen des Einzelfalles.
Im Sinne dieses Anhangs ist der Stand von Verfahren und Methoden der Entwicklungsstand
fortschrittlicher Verfahren und Methoden, der ihre praktische Eignung zu den
vorstehend genannten Untersuchungen gesichert erscheinen laesst. Erkenntnisse ueber
solche Verfahren und Methoden und ueber ihre Anwendung werden durch einen ausgewaehlten
Kreis von Fachleuten aus Bund und Laendern sowie der Betroffenen im Benehmen mit
den Laendern zusammengestellt, der vom Bundesministerium fuer Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit einberufen wird.

1. Untersuchungsumfang und erforderlicher Kenntnisstand
Die Untersuchungen nach § 3 dieser Verordnung beziehen sich auf die Wirkungspfade,
fuer die sich auf Grund der im Einzelfall vorliegenden Informationen der Verdacht
einer Gefahr ergibt. Bei der Festlegung des Untersuchungsumfangs sind die Ergebnisse
der Erfassung, insbesondere die Kenntnisse oder begruendeten Vermutungen ueber das
Vorkommen bestimmter Schadstoffe und deren Verteilung, die gegenwaertige Nutzung und die
Nutzung gemaess § 4 Abs. 4 des Bundes-Bodenschutzgesetzes und die sich daraus ergebenden
Schutzbeduerfnisse sowie die sonstigen beurteilungserheblichen oertlichen Gegebenheiten
zu beruecksichtigen. Die E DIN ISO 10381-3: 02.96 ist zu beachten. Zum Arbeitsschutz
wird auf die ZH 1/183: 04.97 hingewiesen.
Bei der Untersuchung zum Wirkungspfad Boden - Mensch sind als Nutzungen
- Kinderspielflaechen
- Wohngebiete
- Park- und Freizeitanlagen
- Industrie- und Gewerbegrundstuecke
und bei der Untersuchung zum Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze die Nutzungen
- Ackerbau, Nutzgarten
- Gruenland
zu unterscheiden.
Bei Untersuchungen zum Wirkungspfad Boden - Grundwasser ist nicht nach der Art der
Bodennutzung zu unterscheiden.
 1.1   Orientierende       Untersuchung

Orientierende Untersuchungen von Verdachtsflaechen und altlastverdaechtigen Altstandorten
sollen insbesondere auch auf die Feststellung und die Einschaetzung des Umfangs von
Teilbereichen mit unterschiedlich hohen Schadstoffgehalten ausgerichtet werden.


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Bei altlastverdaechtigen Altablagerungen sind in der Regel Untersuchungen von Deponiegas
und auf leichtfluechtige Schadstoffe sowie Untersuchungen insbesondere auch hinsichtlich
des Uebergangs von Schadstoffen in das Grundwasser durchzufuehren.
Sind bei Verdachtsflaechen oder altlastverdaechtigen Flaechen auf Verlangen der dafuer
zustaendigen Behoerde Untersuchungen des Grund- oder Oberflaechenwassers durchzufuehren,
ist dies bei der Festlegung von Umfang und Ablauf der orientierenden Untersuchung fuer
Boden- oder Sickerwasseruntersuchungen zu beruecksichtigen.
Kann bei Verdachtsflaechen nicht auf vorhandene Bodenkartierungen zurueckgegriffen
werden oder liegen keine geeigneten bodenbezogenen Informationen vor, soll im Rahmen
der orientierenden Untersuchung eine bodenkundliche Kartierung oder Bodenansprache
am Ort der Probennahme auf der Grundlage der Bodenkundlichen Kartieranleitung, 4.
Auflage, berichtigter Nachdruck 1996, in dem Umfange durchgefuehrt werden, der fuer die
Gefahrenbeurteilung erforderlich ist.
Die Untersuchungsvorschriften fuer Boeden und Bodenmaterialien gelten fuer die §§ 9, 10
und 12 entsprechend.
 1.2   Detailuntersuchung

Bei der Detailuntersuchung sollen neben den unter § 3 Abs. 5 und 6 dieser
Verordnung genannten Sachverhalten auch die fuer die Wirkungspfade massgeblichen
Expositionsbedingungen, insbesondere die fuer die verschiedenen Wirkungspfade
bedeutsamen mobilen oder mobilisierbaren Anteile der Schadstoffgehalte, geklaert werden.
Es soll auch festgestellt werden, ob sich aus raeumlich begrenzten Anreicherungen von
Schadstoffen innerhalb einer Verdachtsflaeche oder altlastverdaechtigen Flaeche Gefahren
ergeben und ob und wie eine Abgrenzung von nicht belasteten Flaechen geboten ist.

2. Probennahme
Das Vorgehen bei der Probennahme richtet sich insbesondere nach den im Einzelfall
beruehrten Wirkungspfaden, der Flaechengroesse, der auf Grund der Erfassungsergebnisse
vermuteten vertikalen und horizontalen Schadstoffverteilung sowie der gegenwaertigen,
der planungsrechtlich zulaessigen und der frueheren Nutzung. Dabei sind die unter
den Nummern 2.1 bis 2.3 genannten Anforderungen zu beachten. Das Vorgehen bei
der Probennahme ist zu begruenden und zu dokumentieren. Die Anforderungen des
Arbeitsschutzes sind zu beachten.
Untersuchungsflaechen sollen fuer die Probennahme in geeignete Teilflaechen gegliedert
werden. Die Teilung soll auf Grund eines unterschiedlichen Gefahrenverdachts, einer
unterschiedlichen Bodennutzung, der Gelaendeform oder der Bodenbeschaffenheit sowie von
Auffaelligkeiten, wie z.B. einer unterschiedlichen Vegetationsentwicklung, oder anhand
von Erkenntnissen aus der Erfassung erfolgen.
 2.1   Probennahmeplanung         fuer   Bodenuntersuchungen         -   Festlegung     der
       Probennahmestellen         und   Beprobungstiefen

Soll die raeumliche Verteilung der Schadstoffe ermittelt werden, ist die zu
untersuchende Flaeche oder Teilflaeche grundsaetzlich unter Zuhilfenahme eines Rasters
repraesentativ zu beproben. Soweit aus Vorkenntnissen, bei altlastverdaechtigen
Altstandorten insbesondere nach den Ergebnissen der Erfassung, eine Hypothese ueber
die raeumliche Verteilung der Schadstoffe abgeleitet werden kann, ist diese bei
der Festlegung der Probennahmestellen und des Rasters zu beruecksichtigen. Fuer die
Festlegung von Probennahmestellen koennen auch Ergebnisse aus einer geeigneten Vor-Ort-
Analytik herangezogen werden.
Vermutete Schadstoffanreicherungen sind gezielt zu beproben. Die Beprobung ist,
insbesondere hinsichtlich Zahl und raeumlicher Anordnung der Probennahmestellen, so
vorzunehmen, dass der Gefahrenverdacht geklaert, eine moegliche Gefahr bewertet werden und
eine raeumliche Abgrenzung von Schadstoffanreicherungen erfolgen kann.
Bei der Festlegung der Beprobungstiefen fuer die Wirkungspfade Boden - Mensch und
Boden - Nutzpflanze sollen fuer die Untersuchung auf anorganische und schwerfluechtige
organische Schadstoffe die in Tabelle 1 genannten Beprobungstiefen zugrundegelegt
werden.
                               Tabelle 1
         Nutzungsorientierte Beprobungstiefe bei Untersuchungen
      zu den Wirkungspfaden Boden - Mensch und Boden - Nutzpflanze
------------------------------------------------------------------------

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I Wirkungspfad         I Nutzung                  I Beprobungstiefe    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Boden - Mensch       I Kinderspielflaeche,       I 0-10 cm 1)         I
I                      I Wohngebiet               I 10-35 cm 2)        I
I                      I-----------------------------------------------I
I                      I Park- und Freizeitanlage I 0-10 cm 1)         I
I                      I-----------------------------------------------I
I                      I Industrie- und           I 0-10 cm 1)         I
I                      I Gewerbegrundstuecke       I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Boden - Nutzpflanze I Ackerbau, Nutzgarten      I 0-30 cm 3)         I
I                      I                          I 30-60 cm           I
I                      I-----------------------------------------------I
I                      I Gruenland                 I 0-10 cm 4)         I
I                      I                          I 10-30 cm           I
------------------------------------------------------------------------
1) Kontaktbereich fuer orale und dermale Schadstoffaufnahme,
   zusaetzlich 0-2 cm bei Relevanz des inhalativen Aufnahmepfades.
2) 0-35 cm: durchschnittliche Maechtigkeit aufgebrachter Bodenschichten;
   zugleich max. von Kindern erreichbare Tiefe.
3) Bearbeitungshorizont.
4) Hauptwurzelbereich.




Boeden sind moeglichst horizontweise zu beproben. Grundlage fuer die Ermittlung der
Horizontabfolge ist die Bodenkundliche Kartieranleitung der Geologischen Landesaemter
(AG Bodenkunde, 4. Auflage, 1994). Bis in den Unterboden gestoerte Boeden sind lagenweise
zu beproben (siehe Tabelle 1). Die Lagen- oder Horizontmaechtigkeit, die durch Entnahme
einer Probe repraesentiert werden kann, betraegt in der Regel 30 cm. Maechtigere Horizonte
oder Lagen sind gegebenenfalls zu unterteilen. Ergaenzend zur Tabelle 1 ist die
Beprobungstiefe zu beruecksichtigen, fuer die bei der nach § 4 Abs. 4 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes zu beruecksichtigenden Nutzung besondere Vorkehrungen getroffen
werden muessen. Die Gruende fuer abweichende Beprobungstiefen sind zu dokumentieren.
Bei der Probennahme ist hinsichtlich der Wirkungspfade folgendes zu beachten:
 2.1.1     Wirkungspfad Boden - Mensch

Im Rahmen der Festlegung der Probennahmestellen und der Beprobungstiefe sollen auch
Ermittlungen zu den im Einzelfall vorliegenden Expositionsbedingungen vorgenommen
werden, insbesondere ueber
- die tatsaechliche Nutzung der Flaeche (Art, Haeufigkeit, Dauer),
- die Zugaenglichkeit der Flaeche,
- die Versiegelung der Flaeche und ueber den Aufwuchs,
- die Moeglichkeit der inhalativen Aufnahme von Bodenpartikeln,
- die Relevanz weiterer Wirkungspfade.
Fuer die Beurteilung der Gefahren durch die inhalative Aufnahme von Bodenpartikeln sind
die obersten zwei Zentimeter des Bodens massgebend. Inhalativ bedeutsam sind solche
Schadstoffe, fuer die sich der inhalative Pfad nach den Ableitungsmassstaeben gemaess § 4
Abs. 5 dieser Verordnung als ausschlaggebend fuer die Festlegung des Pruefwertes erwiesen
hat. Durch Rueckstellproben ist sicherzustellen, dass der Schadstoffgehalt in der fuer die
Staubbildung relevanten Feinkornfraktion bis 63 mym gegebenenfalls getrennt analysiert
werden kann.
Ist auf Grund vorliegender Erkenntnisse davon auszugehen, dass die Schadstoffe in der
beurteilungsrelevanten Bodenschicht annaehernd gleichmaessig ueber eine Flaeche verteilt
sind, kann auf Flaechen bis 10.000 qm fuer jeweils 1.000 qm, mindestens aber von 3
Teilflaechen, eine Mischprobe entnommen werden. Die Mischprobe soll aus 15 bis 25
Einzelproben einer Beprobungstiefe gewonnen werden. Bei Flaechen unter 500 qm sowie
in Hausgaerten oder sonstigen Gaerten entsprechender Nutzung kann auf eine Teilung
verzichtet werden. Fuer Flaechen ueber 10.000 qm sollen mindestens jedoch 10 Teilflaechen
beprobt werden.
 2.1.2     Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze
                                                           - 13 -
       
                                                                               


Bei landwirtschaftlich einschliesslich gartenbaulich genutzten Boeden mit annaehernd
gleichmaessiger Bodenbeschaffenheit und Schadstoffverteilung soll auf Flaechen bis 10
Hektar in der Regel fuer jeweils 1 Hektar, mindestens aber von 3 Teilflaechen eine
Mischprobe entsprechend den Beprobungstiefen entnommen werden. Bei Flaechen unter
5.000 qm kann auf eine Teilung verzichtet werden. Fuer Flaechen groesser 10 Hektar sollen
mindestens jedoch 10 Teilflaechen beprobt werden. Die Probennahme erfolgt nach den
Regeln der Probennahme auf landwirtschaftlich genutzten Boeden (E DIN ISO 10381-1:
02.96, E DIN ISO 10381-4: 02.96) durch 15 bis 25 Einzeleinstiche je Teilflaeche, die zu
jeweils einer Mischprobe vereinigt werden.
In Nutzgaerten erfolgt die Probennahme in der Regel durch Entnahme einer
grundstuecksbezogenen Mischprobe fuer jede Beprobungstiefe und im uebrigen in Anlehnung an
die Regeln der Probennahme auf Ackerflaechen.
Fuer die Eignung von Geraeten zur Probennahme ist E DIN ISO 10381-2: 02.96 massgebend.
 2.1.3   Wirkungspfad Boden - Grundwasser

Beim Wirkungspfad Boden - Grundwasser ist zur Feststellung der vertikalen
Schadstoffverteilung die ungesaettigte Bodenzone bis unterhalb einer mutmasslichen
Schadstoffanreicherung oder eines auffaelligen Bodenkoerpers zu beproben. Die
Beprobung erfolgt horizont- oder schichtspezifisch. Im Untergrund duerfen Proben
aus Tiefenintervallen bis max. 1 m entnommen werden. In begruendeten Faellen ist die
Zusammenfassung engraeumiger Bodenhorizonte bzw. -schichten bis max. 1 m Tiefenintervall
zulaessig. Auffaelligkeiten sind zu beurteilen und gegebenenfalls gesondert zu beproben.
Die Beprobungstiefe soll reduziert werden, wenn erkennbar wird, dass bei Durchbohrung
von wasserstauenden Schichten im Untergrund eine hierdurch entstehende Verunreinigung
des Grundwassers zu besorgen ist. Ist das Durchbohren von wasserstauenden Schichten
erforderlich, sind besondere Sicherungsmassnahmen zu ergreifen. Fuer die Eignung von
Geraeten zur Probennahme ist DIN 4021: 10.90 massgebend.
 2.2   Probennahmeplanung         Bodenluft

Die Probennahme erfolgt nach VDI-Richtlinie 3865, Blatt 1 und 2.
 2.3   Probennahmeplanung         bei   abgeschobenem        und   ausgehobenem
       Bodenmaterial

Die Probennahme erfolgt in Anlehnung an DIN 52101: 03.88 oder nach DIN EN 932-1: 11.96.
 2.4     Probengewinnung
 2.4.1   Boeden, Bodenmaterial und sonstige Materialien

Die notwendige Probemenge richtet sich gemaess DIN 18123: 11.96 nach dem Groesstkorn und
muss ausreichen, um nach sachgerechter Probenvorbehandlung die Laboruntersuchung sowie
gegebenenfalls die Bereitstellung von Rueckstellproben zu gewaehrleisten. Eine Abstimmung
mit der Untersuchungsstelle sollte erfolgen.
Grobmaterialien (Materialien > 2 mm) und Fremdmaterialien, die moeglicherweise
Schadstoffe enthalten oder denen diese anhaften koennen, sind aus der gesamten
Probemenge zu entnehmen und gesondert der Laboruntersuchung zuzufuehren. Ihr
Massenanteil an dem beprobten Bodenhorizont bzw. der Schichteinheit ist zu ermitteln
und zu dokumentieren.
Zur Entnahme von Boden, Bodenmaterial und sonstigen Materialien sind Verfahren
anzuwenden, die in der DIN 4021: 10.90 und E DIN ISO 10381-2: 02.96 aufgefuehrt sind.
Bei der Verfahrensauswahl sind ueber die in der Norm enthaltenen Angaben hinaus die
erforderliche Probenmenge und der Aufbau des Untergrundes zu beruecksichtigen.
 2.4.2   Bodenluft

Fuer die Entnahme von Bodenluftproben gilt VDI-Richtlinie 3865, Blatt 2.
 2.5   Probenkonservierung,          -transport       und   -lagerung

Fuer die Auswahl von Probengefaessen sowie fuer     Probenkonservierung, -transport und -
lagerung sind die entsprechenden Regelungen     in den Untersuchungsvorschriften nach
Nummer 3.1.3, Tabellen 3 bis 7 einzuhalten.     Fehlen derartige Regelungen, sind E DIN ISO
10381-1: 02.96 und DIN EN ISO 5667-3: 04.96     zu beachten.

                                             - 14 -
       
                                                                               

Der Transport der Bodenproben fuer die Untersuchung organischer Schadstoffe sowie ihre
Lagerung erfolgt gemaess E DIN ISO 14507: 02.96.

 3.      Untersuchungsverfahren
 3.1     Untersuchungsverfahren           fuer   Boeden,    Bodenmaterial       und
         sonstige Materialien
 3.1.1   Probenauswahl und -vorbehandlung

Im Falle gestufter Untersuchungen ist fuer den Einzelfall zu entscheiden, in
welcher Abfolge im Feld gewonnene Proben zu analysieren sind, und ob ggf. auch eine
Zusammenfassung mehrerer Proben zweckmaessig ist. Die Entscheidung und ihre Gruende sind
zu dokumentieren.
Die Probenvorbehandlung, einschliesslich der Trocknung des Probenmaterials, erfolgt fuer
die Bestimmung physikalisch-chemischer Eigenschaften (Nummer 3.1.3, Tabelle 3) und
die Bestimmung anorganischer Schadstoffe (Nummer 3.1.3, Tabelle 4) nach DIN ISO 11464:
12.96. Fuer organische Schadstoffe ist E DIN ISO 14507: 02.96 anzuwenden.
Ist bei Boeden, Bodenmaterial und sonstigen Materialien (insbesondere Schlacken und
Bauschutt) eine Auftrennung in Grob- und Feinanteil erforderlich, hat dies ueber ein
Sieb mit einer Maschenweite von 2 mm in die Fraktionen <= 2 mm (Feinanteil) und > 2
mm (Grobanteil) Korndurchmesser zu erfolgen. Verklumpungen sind zu zerkleinern, wobei
aber geringstabile Aggregate (z.B. Carbonat-, Eisen-Konkretionen, Bims) moeglichst
nicht zerbrochen werden sollten. Beide Fraktionen sind zu waegen, zu beschreiben
und zu dokumentieren, und deren Trockenmasseanteil ist zu bestimmen. Der Feinanteil
ist zu homogenisieren und zu untersuchen. Bestehen Anhaltspunkte fuer einen erhoehten
Schadstoffgehalt der Fraktion > 2 mm, ist diese Fraktion zu gewinnen und nach
Vorzerkleinerung und Homogenisierung ebenfalls zu untersuchen. Im Probenmaterial
enthaltene Fremdmaterialien sind erforderlichenfalls getrennt zu untersuchen und bei
der Bewertung zu beruecksichtigen.
Repraesentative Teile der im Feld entnommenen Proben sind als Rueckstellproben
aufzubewahren. Art und Umfang der Rueckstellung sind nach den Erfordernissen des
Einzelfalls zu vereinbaren.
 3.1.2   Extraktion, Elution

Koenigswasserextrakt
Die Bestimmung des Gehaltes an anorganischen Schadstoffen zum Vergleich der
Schadstoffaufnahme auf dem Wirkungspfad Boden - Mensch mit den Werten nach Anhang
2 Nummer 1 mit Ausnahme der Cyanide, fuer den Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze auf
Ackerbauflaechen und in Nutzgaerten bezueglich Arsen und Quecksilber nach Anhang 2 Nummer
2.2 und fuer den Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze auf Gruenland nach Anhang 2 Nummer
2.3 sowie hinsichtlich der Vorsorgewerte nach Anhang 2 Nummer 4.1 erfolgt aus dem
Koenigswasserextrakt nach DIN ISO 11466: 06.97 aus aufgemahlenen Proben (Korngroesse < 150
mym).
Ammoniumnitratextraktion
Der Ammoniumnitratextrakt nach DIN 19730: 06.97 ist zur Ermittlung der Gehalte
anorganischer Schadstoffe fuer die Bewertung der Schadstoffe im Wirkungspfad Boden -
Nutzpflanze auf Ackerbauflaechen und in Nutzgaerten im Hinblick auf die Pflanzenqualitaet
bezueglich Cadmium, Blei und Thallium nach Anhang 2 Nummer 2.2 sowie auf Ackerbauflaechen
im Hinblick auf Wachstumsbeeintraechtigungen bei Kulturpflanzen nach Anhang 2 Nummer
2.4 anzuwenden und kann zur Abschaetzung von anorganischen Schadstoffkonzentrationen im
Sickerwasser nach Nummer 3.3 dieses Anhangs eingesetzt werden.
Extraktion organischer Schadstoffe
Die Bestimmung des Gehaltes an organischen Schadstoffen zum Vergleich der
Schadstoffaufnahme auf dem Wirkungspfad Boden - Mensch mit den Werten nach Anhang 2
Nummer 1.2 sowie hinsichtlich der Vorsorgewerte nach Anhang 2 nummer 4.2 erfolgt aus
den in Nummer 3.1.3, Tabelle 5 angegebenen Bodenextrakten. Sollen andere Verfahren
angewendet werden, ist dies zu begruenden und nachzuweisen, dass deren Ergebnisse mit den
Ergebnissen der oben angegebenen Verfahren gleichwertig oder vergleichbar sind.
Elution mit Wasser
Fuer die Herstellung von Eluaten mit Wasser zur Abschaetzung von
Schadstoffkonzentrationen im Sickerwasser nach Nummer 3.3 dieses Anhangs sind die in
Tabelle 2 angegebenen Verfahren anzuwenden.

                                             - 15 -
        
                                                                                

                               Tabelle 2
            Verfahren zur Herstellung von Eluaten mit Wasser
------------------------------------------------------------------------
I Verfahren            I Verfahrenshinweise       I Methode            I
I----------------------------------------------------------------------I
I anorganische Stoffe                                                  I
I----------------------------------------------------------------------I
I Bodensaettigungs-     I Verfahren siehe (1)      I                    I
I extrakt              I                          I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Elution mit Wasser   I - Probenmasse unter      I DIN 38414-4: 10.84 I
I                      I   Beruecksichtigung der   I                    I
I                      I   Trockenmasse           I                    I
I                      I   nach DIN 38414-2:      I                    I
I                      I   11.85 bzw.             I                    I
I                      I   nach DIN ISO 11465:    I                    I
I                      I   12.96                  I                    I
I                      I - Filtration siehe (2)   I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I organische Stoffe                                                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Saeulen- oder         I Die zu erwartende        I                    I
I Lysimeterversuch     I Geschwindigkeit, mit der I                    I
I                      I sich stoffspezifisch die I                    I
I                      I Gleichgewichts-          I                    I
I                      I konzentration einstellt, I                    I
I                      I ist zu beachten.         I                    I
------------------------------------------------------------------------
(1)   Gewinnung des Bodensaettigungsextraktes:
      Zur Vorbereitung wird der Bodenprobe in einem Polyethylen-Gefaess langsam soviel bidestilliertes Wasser zugegeben, dass
      sie vollstaendig durchfeuchtet ist. Die benoetigte Menge an Wasser zur Vorbefeuchtung ist bodenartabhaengig und sollte
      ungefaehr der Feldkapazitaet entsprechen. Bei sandigen Proben wird von ca. 25%, bei lehmig/schluffigen Proben von ca.
      35% und bei tonigen Proben von ca. 40% der Einwaage lufttrockenen Bodens ausgegangen. Die zugegebene Wassermenge ist
      gravimetrisch zu erfassen und zu notieren. Die Probe wird gut vermischt und unter Verdunstungsschutz 24 h bei 5 Grad C
      stehengelassen.
      Zur Herstellung des Bodensaettigungsextrakts wird das vorbefeuchtete Bodenmaterial in Zentrifugenbecher ueberfuehrt.
      Bidestilliertes Wasser wird unter staendigem Ruehren langsam zugegeben, bis die Fliessgrenze erreicht ist (Bildung einer
      glaenzenden Oberflaeche und Zerfliessen einer Spachtelkerbe). Bei tonigen Proben muss 15 min bis zum Abschluss der Quellung
      gewartet und gegebenenfalls Wasser nachgegeben werden. Die zugegebene Wassermenge wird gravimetrisch erfasst und die
      Bodenpaste mit einem Glasstab verruehrt. Die Bodenpaste ist zur Gleichgewichtseinstellung 24 h im Kuehlschrank oder -
      raum bei 5 Grad C unter Verdunstungsschutz aufzubewahren.
      Aus der Einwaage lufttrockenen Bodens und zweimaliger Wasserzugabe wird das Boden/Wasser-Verhaeltnis berechnet. Dabei
      ist der Wassergehalt der lufttrockenen Probe an einem Aliquot separat zu erfassen (Trocknung bei 105 Grad C bis zur
      Gewichtskonstanz) und rechnerisch zu beruecksichtigen.
      Zur Gewinnung der Gleichgewichtsbodenloesung erfolgt die Zentrifugation in einer Kuehlzentrifuge fuer 30 min. Die
      ueberstehende Loesung wird dekantiert und zur Abtrennung suspendierter Partikel in zuvor gewogene Polyethylen-
      Weithalsflaschen mittels Unterdruck membranfiltriert. Die Filtratmenge ist gravimetrisch zu bestimmen. Die Loesungen
      sind durch Zugabe von 10 Volumenanteilen Salpetersaeure (c = 5 mol/l) zu stabilisieren, wobei die Saeurezugabe bei der
      Auswertung von Messergebnissen und der Erstellung von Kalibrierloesungen zu beruecksichtigen ist.

(2) Filtrationsschritt:
      Verwendet wird eine Druckfiltrationseinheit fuer Membranfilter (142 mm Durchmesser, medienfuehrende Teile aus PTFE)
      mit einem Membranfilter mit 0,45 mym Porenweite. Bei Nutzung abweichender Geraete ist das zu filtrierende Volumen
      entsprechend der Filterflaeche zu veraendern; das Verhaeltnis von filtrierendem Volumen und Filterflaeche ist einzuhalten.
      Nach dem Schuetteln ist die Suspension ca. 15 min zur Sedimentation der groeberen Partikel stehenzulassen. Die
      ueberstehende Fluessigkeit ist im Zentrifugenbecher weitestgehend zu dekantieren. Die Zentrifugation erfolgt fuer 30
      min mit 2.000 g. Danach erfolgt das weitestgehend vollstaendige Dekantieren der ueberstehenden Fluessigkeit in die
      Membrandruckfiltrationsapparatur. Nach 5 min druckloser Filtration wird zur Beschleunigung der Filtration ein Druck
      von 1 bar angelegt. Haben nach 15 min weniger als zwei Drittel des Eluats das Filter passiert, wird der Druck auf 2
      bar erhoeht. Falls erforderlich, wird der Druck nach weiteren 30 min auf 3,5 bar erhoeht. Die Filtration wird solange
      fortgesetzt, bis der gesamte Ueberstand der Zentrifugation das Filter passiert hat. Ist die Filtration nach 120 min
      noch unvollstaendig, wird sie abgebrochen und mit dem unvollstaendigen Filtrat weitergearbeitet.

      3.1.3    Analysenverfahren

Boeden, Bodenmaterial und sonstige Materialen
Die Analyse von Boeden, Bodenmaterial und gegebenenfalls von sonstigen Materialien ist
nach den in den Tabellen 3 bis 5 aufgefuehrten Untersuchungsverfahren auszufuehren.
Sollen unter Nennung der Gruende andere Verfahren angewendet werden, ist nachzuweisen
und zu dokumentieren, dass deren Ergebnisse mit den Ergebnissen der in den Tabellen 3
bis 5 angegebenen Verfahren gleichwertig oder vergleichbar sind. Inwieweit einzelne
Verfahren insbesondere auch unter den unter Nummer 4.2 genannten Gesichtspunkten

                                                           - 16 -
        
                                                                                

anwendbar sind, ist im Einzelfall zu pruefen. Die Schadstoffgehalte sind auf
Trockenmasse (105 Grad C) zu beziehen. Sie muessen in der gleichen Einheit wie die
entsprechenden Pruef-, Massnahmen- und Vorsorgewerte in Anhang 2 angegeben werden.

                                Tabelle 3
              Analyse physikalisch-chemischer Eigenschaften
------------------------------------------------------------------------
I Untersuchungs-        I Verfahrenshinweise       I Methode            I
I parameter             I                          I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Bestimmung der        I feldfrische oder luft-   I DIN ISO 11465:     I
I Trockenmasse          I getrocknete Bodenproben I 12.96               I
I----------------------------------------------------------------------I
I Organischer Kohlen- I luftgetrocknete            I DIN ISO 10694:     I
I stoff und             I Bodenproben              I 08.96              I
I Gesamtkohlenstoff     I                          I                    I
I nach trockener        I                          I                    I
I Verbrennung           I                          I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I pH-Wert               I Suspension der feld-     I DIN ISO 10390:     I
I (CaCl(tief)2)         I frischen oder luft-      I 05.97              I
I                       I getrockneten Bodenprobe I                     I
I                       I in CaCl(tief)2-Loesung;   I                    I
I                       I c(CaCl(tief)2): 0,01     I                    I
I                       I mol/l                    I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Korngroessenverteilung I 1) "Fingerprobe" im       I Bodenkundliche     I
I                       I    Gelaende *)            I Kartieranleitung, I
I                       I                          I 4. Auflage, 1994; I
I                       I                          I DIN 19682-2: 04.97 I
I                       I-----------------------------------------------I
I                       I 2) Siebung,              I E DIN ISO 11277:   I
I                       I    Dispergierung,        I 06.94              I
I                       I    Pipette-Analyse *)    I DIN 19683-2: 04.97 I
I                       I-----------------------------------------------I
I                       I 3) Siebung,              I DIN 18123: 11.96   I
I                       I    Dispergierung,        I E DIN ISO 11277:   I
I                       I    Araeometermethode      I 06.94              I
I----------------------------------------------------------------------I
I Rohdichte             I Trocknung einer volumen- I E DIN ISO 11272:   I
I                       I gerecht entnommenen      I 01.94              I
I                       I Bodenprobe bei           I DIN 19683-12:      I
I                       I 105 Grad C, rueckwiegen   I 04.73              I
------------------------------------------------------------------------
*) Empfohlene Methode.



                               Tabelle 4
                 Analyse anorganischer Schadstoffgehalte
------------------------------------------------------------------------
I Untersuchungs-       I Verfahrenshinweise       I Methode            I
I parameter            I                          I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Cd, Cr, Cu, Ni, Pb, I AAS                       I E DIN ISO 11047:   I
I Tl, Zn               I                          I 06.95              I
I----------------------------------------------------------------------I
I As, Cd, Cr, Cu, Ni, I ICP-AES (ICP-MS moeglich) I DIN EN ISO 11885: I
I Pb, Tl, Zn           I Beruecksichtigung von     I 04.98              I
I                      I spektralen Stoerungen bei I                    I
I                      I hohen Matrix-            I                    I
I                      I konzentrationen          I                    I
I                      I erforderlich             I                    I

                                              - 17 -
      
                                                                              

I----------------------------------------------------------------------I
I Arsen (As)           I ET-AAS                   I In Analogie zu     I
I                      I                          I E DIN ISO 11047:   I
I                      I                          I 06.95              I
I                      I Hydrid-AAS               I DIN EN ISO 11969: I
I                      I                          I 11.96              I
I----------------------------------------------------------------------I
I Quecksilber (Hg)     I AAS-Kaltdampftechnik     I DIN EN 1483: 08.97 I
I                      I Bei der Proben-          I Reduktion mit      I
I                      I vorbehandlung darf die   I Zinn(II)-chlorid   I
I                      I Trocknungstemperatur     I oder NaBH4         I
I                      I 40 Grad C nicht          I                    I
I                      I ueberschreiten            I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Chrom (VI)           I 1) Extraktion mit        I Spektral-          I
I                      I    phosphatgepufferter   I photometrie        I
I                      I    Aluminiumsulfat-      I DIN 19734: 01.99   I
I                      I    loesung                I                    I
I                      I 2) Elution mit Wasser,   I DIN 38405-24:      I
I                      I    Abtrennung von        I 05.87              I
I                      I    Cr(III), Bestimmung   I                    I
I                      I    von loeslichem Cr(VI) I                     I
I                      I    in Boeden              I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Cyanide              I                          I E DIN ISO 11262:   I
I                      I                          I 06.94              I
------------------------------------------------------------------------

                               Tabelle 5
                  Analyse organischer Schadstoffgehalte
------------------------------------------------------------------------
I Untersuchungs-       I Verfahrenshinweise       I Methode            I
I parameter            I                          I                    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Polycyclische        I 1) Soxhlet-Extraktion    I Merkblatt Nr. 1    I
I aromatische          I    mit Toluol,           I des LUA-NRW,       I
I Kohlenwasserstoffe   I    chromatographisches   I 1994 *)            I
I (PAK):               I    Clean-up;             I                    I
I 16 PAK (EPA)         I    Quantifizierung       I                    I
I Benzo(a)pyren        I    mittels GC-MS *)      I                    I
I                      I 2) Extraktion mit        I Merkblatt Nr. 1    I
I                      I    Tetrahydrofuran oder I des LUA-NRW,        I
I                      I    Acetonitril;          I 1994 *)            I
I                      I    Quantifizierung       I                    I
I                      I    mittels HPLC-UV/DAD/F I                    I
I                      I    *)                    I                    I
I                      I 3) Extraktion mit        I E DIN ISO 13877:   I
I                      I    Aceton, Zugeben von   I 06.95              I
I                      I    Petrolether,          I                    I
I                      I    Entfernung des        I                    I
I                      I    Acetons,              I                    I
I                      I    chromatographische    I                    I
I                      I    Reinigung des         I                    I
I                      I    Petroletherextraktes, I                    I
I                      I    Aufnahme in           I                    I
I                      I    Acetonitril;          I                    I
I                      I    Quantifizierung       I                    I
I                      I    mittels HPLC-UV/DAD/F I                    I
I                      I 4) Extraktion mit einem I VDLUFA-Methoden-    I
I                      I    Wasser/Aceton/Petrol- I buch, Band VII;    I
I                      I    ether-Gemisch in      I Handbuch Altlasten I
I                      I    Gegenwart von NaCl;   I Bd. 7, LfU HE      I

                                            - 18 -
      
                                                                              

I                      I    Quantifizierung        I                   I
I                      I    mittels GC-MS oder     I                   I
I                      I    HPLC-UV/DAD/F          I                   I
I----------------------------------------------------------------------I
I Hexachlorbenzol      I Extraktion mit Aceton/    I E DIN ISO 10382:  I
I                      I Cyclohexan-Gemisch oder I 02.98               I
I                      I Aceton/Petrolether, ggf. I                    I
I                      I chromatographische        I                   I
I                      I Reinigung nach Entfernen I                    I
I                      I des Acetons;              I                   I
I                      I Quantifizierung mittels I                     I
I                      I GC-ECD oder GC-MS         I                   I
I----------------------------------------------------------------------I
I Pentachlorphenol     I Soxhlet-Extraktion mit    I E DIN ISO 14154:  I
I                      I Heptan oder Aceton/       I 10.97             I
I                      I Heptan (50:50);           I                   I
I                      I Derivatisierung mit       I                   I
I                      I Essigsaeureanhydrid;       I                   I
I                      I Quantifizierung mittels I                     I
I                      I GC-ECD oder GC-MS         I                   I
I----------------------------------------------------------------------I
I Aldrin, DDT, HCH-    I 1) Extraktion mit         I E DIN ISO 10382:  I
I Gemisch              I    Petrolether oder       I 02.98 *)          I
I                      I    Aceton/Petrolether-    I                   I
I                      I    Gemisch,               I                   I
I                      I    chromatographische     I                   I
I                      I    Reinigung;             I                   I
I                      I    Quantifizierung        I                   I
I                      I    mittels GC-ECD oder    I                   I
I                      I    GC-MS *)               I                   I
I                      I 2) Extraktion mit         I VDLUFA-Methoden-  I
I                      I    Wasser/Aceton/Petrol- I buch, Band VII     I
I                      I    ether-Gemisch;         I                   I
I                      I    Quantifizierung        I                   I
I                      I    mittels GC-ECD oder    I                   I
I                      I    GC-MS                  I                   I
I----------------------------------------------------------------------I
I Polychlorierte       I 1) Extraktion mit Heptan I E DIN ISO 10382:   I
I Biphenyle (PCB):     I    oder Aceton/Petrol-    I 02.98             I
I 6 PCB-Kongenere      I    ether,                 I                   I
I (Nr. 28, 52, 101,    I    chromatographische     I                   I
I 138, 153, 180 nach   I    Reinigung;             I                   I
I Ballschmiter)        I    Quantifizierung        I                   I
I                      I    mittels GC-ECD (GC-MS I                    I
I                      I    moeglich)               I                   I
I                      I 2) Soxhlet-Extraktion     I DIN 38414-20:     I
I                      I    mit Heptan, Hexan      I 01.96             I
I                      I    oder Pentan,           I                   I
I                      I    chromatographische     I                   I
I                      I    Reinigung an           I                   I
I                      I    AgNO(tief)3/Kieselgel-                     I
I                      I    saeure;                 I                   I
I                      I    Quantifizierung        I                   I
I                      I    mittels GC-ECD (GC-MS I                    I
I                      I    moeglich)               I                   I
I                      I 3) Extraktion mit einem I VDLUFA-Methoden-    I
I                      I    Wasser/Aceton/Petrol- I buch, Band VII     I
I                      I    ether-Gemisch in       I                   I
I                      I    Gegenwart von NaCl;    I                   I
I                      I    Quantifizierung        I                   I
I                      I    mittels GC-ECD (GC-MS I                    I
I                      I    moeglich)               I                   I

                                            - 19 -
        
                                                                                

I----------------------------------------------------------------------I
I Polychlorierte       I Soxhlet-Extraktion       I nach Klaerschlamm- I
I Dibenzodioxine und   I gefriergetrockneter      I verordnung unter   I
I Dibenzofurane        I Proben mit Toluol,       I Beachtung von      I
I                      I chromatographische       I DIN 38414-24:      I
I                      I Reinigung;               I 04.98,             I
I                      I Quantifizierung mittels I VDI-Richtlinie      I
I                      I GC-MS                    I 3499, Blatt 1:     I
I                      I                          I 03.90              I
------------------------------------------------------------------------
*) empfohlene Methode.




Eluate und Sickerwasser
Die analytische Bestimmung der anorganischen Stoffkonzentrationen in Eluaten und
Sickerwasser ist nach den in Tabelle 6 aufgefuehrten Analyseverfahren durchzufuehren,
die Bestimmung der organischen Stoffkonzentrationen im Sickerwasser erfolgt nach den in
Tabelle 7 genannten Methoden.
Sollen unter Nennung der Gruende andere Verfahren angewendet werden, ist nachzuweisen,
dass deren Ergebnisse mit den Ergebnissen der in Tabelle 6 und 7 angegebenen Verfahren
gleichwertig oder vergleichbar sind.
                                        Tabelle 6
   Bestimmung der Konzentration anorganischer Schadstoffe in Eluaten und Sickerwasser
    Untersuchungsparameter        Verfahrenshinweise                 Methode
As, Cd, Cr, Co, Cu, Mo, Ni, ICP-AES (ICP-MS moeglich)      Auf der Grundlage DIN EN ISO
Pb, Sb, Se, Sn, Tl, Zn                                    11885: 04.981*)
Arsen (As), Antimon (Sb)        Hydrid-AAS                     DIN EN ISO 11969: 11.96
Blei (Pb)                       AAS                            DIN 38406-6: 07.98
Cadmium (Cd)                    AAS                            DIN EN ISO 5961: 05.95
Chrom (Cr), gesamt              AAS                            DIN EN 1233: 08.96
Chrom (Cr VI)                   Spektralphotometrie            DIN 38405-24: 05.87
                                Ionenchromatographie           DIN EN ISO 10304-3: 11.97
Cobalt (Co)                     AAS                            DIN 38406-24: 03.93
Kupfer (Cu)                     AAS                            DIN 38406-7: 09.91
Nickel (Ni)                     AAS                            DIN 38406-11: 09.91
Quecksilber (Hg)                AAS-Kaltdampftechnik           DIN EN 1483: 08.97
Selen (Se)                      AAS                            DIN 38405-23: 10.94
Zink (Zn)                       AAS                            DIN 38406-8: 10.80
Cyanid (CN-), gesamt            Spektralphotometrie            DIN 38405-13: 02.81
                                                               E DIN EN ISO 14403: 05.98
Cyanid (CN-), leicht            Spektralphotometrie            DIN 38405-13: 02.81
freisetzbar
Fluorid (F-)                 Fluoridsensitive            DIN 38405-4: 07.85
                             Elektrode                   DIN EN ISO 10304-1: 04.95
                             Ionenchromatographie
                                       Tabelle 7
       Bestimmung der Konzentration organischer Schadstoffe im Bodensickerwasser
    Untersuchungsparameter         Verfahrenshinweise                Methode
Benzol                        GC-FID                      DIN 38407-9: 05.912*)
BTEX                             GC-FID Matrixbelastung         DIN 38407-9: 05.91
                                 beachten
Leichtfluechtige                  GC-ECD                         DIN EN ISO 10301: 08.97
Halogenkohlenwasserstoffe
(LHKW)
Aldrin                           GC-ECD   (GC-MS moeglich)       DIN 38407-2: 02.93
DDT                              GC-ECD   (GC-MS moeglich)       DIN 38407-2: 02.93
Phenole                          GC-ECD                         ISO/DIS 8165-2: 01.97
Chlorphenole                     GC-ECD   oder GC-MS            ISO/DIS 8165-2: 01.97
Chlorbenzole                     GC-ECD   (GC-MS moeglich)       DIN 38407-2: 02.93
PCB, gesamt                      GC-ECD                         DIN EN ISO 6468: 02.97

                                              - 20 -
         
                                                                                 

       Untersuchungsparameter           Verfahrenshinweise                  Methode
                                                                 DIN 51527-1: 05.87
                                  GC-ECD oder GC-MS              DIN 38407-3: 07.98
PAK, gesamt                       HPLC-F                         DIN 38407-8: 10.95
Naphthalin                        GC-FID oder GC-MS              DIN 38407-9: 05.91
Mineraloelkohlenwasserstoffe       Extraktion mit Petrolether,    nach ISO/TR 11046: 06.94
                                  gaschromatographische
                                  Quantifizierung

1*)
   Durch geeignete Massnahmen oder eine geeignete geraetetechnische Ausstattung ist die
Bestimmungsgrenze dem Untersuchungsziel anzupassen.

2*)
      Anpassung der Bestimmungsgrenze erforderlich.

 3.2     Untersuchung      von   Bodenluft

Die Untersuchung von Bodenluft erfolgt nach VDI-Richtlinie 3865 Blatt 2 und 3.
 3.3     Verfahren zur Abschaetzung des Stoffeintrags aus
         Verdachtsflaechen oder altlastverdaechtigen Flaechen                       in   das
         Grundwasser

Die Stoffkonzentrationen und -frachten im Sickerwasser und der Schadstoffeintrag in das
Grundwasser im Uebergangsbereich von der ungesaettigten zur wassergesaettigten Bodenzone
(Ort der Beurteilung) koennen abgeschaetzt werden, es sei denn, guenstige Umstaende
ermoeglichen eine repraesentative Beprobung von Sickerwasser am Ort der Beurteilung.
Diese Abschaetzung kann annaeherungsweise
- durch Rueckschluesse oder Rueckrechnungen aus Untersuchungen im Grundwasserabstrom
  unter Beruecksichtigung der Stoffkonzentration im Grundwasseranstrom, der Verduennung,
  des Schadstoffverhaltens in der ungesaettigten und gesaettigten Bodenzone sowie des
  Schadstoffinventars im Boden,
- auf der Grundlage von In-situ-Untersuchungen oder
- auf der Grundlage von Materialuntersuchungen im Labor (Elution, Extraktion), bei
  anorganischen Stoffen insbesondere der Elution mit Wasser, gemaess Tabelle 2
auch unter Anwendung von Stofftransportmodellen erfolgen.
Die Stoffkonzentrationen im Sickerwasser koennen am Ort der Probennahme
- fuer anorganische Schadstoffe mit den Ergebnissen des Bodensaettigungsextraktes
  ansatzweise gleichgesetzt werden; Abschaetzungen unter Heranziehung von
  Analysenergebnissen nach Tabelle 6 und anderer Elutionsverfahren (z.B. DIN
  19730 oder DIN 38414-4) sind zulaessig, wenn die Gleichwertigkeit der Ergebnisse
  insbesondere durch Bezug dieser Ergebnisse auf den Bodensaettigungsextrakt
  sichergestellt ist; Ergebnisse nach DIN 38414-4: 10.84 koennen nur verwendet werden,
  wenn die Filtration nach Nummer 3.1.2 dieser Verordnung durchgefuehrt wurde;
- fuer organische Stoffe aus Saeulenversuchen der entnommenen Proben unter Beachtung der
  Standortbedingungen am Entnahmeort, insbesondere im Hinblick auf die Kontaktzeit,
  mit Verfahren nach Tabelle 7 ermittelt werden.
Die Analysenergebnisse der Untersuchung von Sickerwasser, Grundwasser, Extrakten und
Eluaten sowie von Bodenproben sind mit dem jeweiligen Untersuchungsverfahren anzugeben.
Die darauf beruhende Abschaetzung der Sickerwasserbeschaffenheit und -frachten fuer den
Uebergangsbereich von der ungesaettigten zur wassergesaettigten Zone ist im einzelnen
darzulegen und zu begruenden.
Fuer die Abschaetzung sind insbesondere Verfahren heranzuziehen, die mit Erfolg
bei praktischen Fragestellungen angewendet worden sind. Hierzu sind im Einzelfall
gutachterliche Feststellungen zu treffen.
Ergaenzend sind folgende Anwendungshinweise zu beachten:
Wenn im Einzelfall einer schaedlichen Bodenveraenderung oder Altlast ein Zutritt
von sauren Sickerwaessern, ein Zutritt von Loesevermittlern bzw. eine Aenderung des
Redoxpotentials zu erwarten ist, sollten entsprechende weitere Extraktionsverfahren
angewendet werden.

                                               - 21 -
       
                                                                               

Bei der Abschaetzung des Schadstoffeintrags im Uebergangsbereich von der ungesaettigten
zur gesaettigten Zone ist insbesondere die Abbau- und Rueckhaltewirkung der ungesaettigten
Zone zu beruecksichtigen. Hierbei sind vor allem folgende Kriterien massgebend:
- Grundwasserflurabstand,
- Bodenart,
- Gehalt an organischer Substanz (Humusgehalt),
- ph-Wert,
- Grundwasserneubildungsrate/Sickerwasserrate,
- Mobilitaet und Abbaubarkeit der Stoffe.
Der Einfluss dieser Faktoren auf die Stoffrueckhaltung in der ungesaettigten Zone wird
auf Grund allgemein vorliegender wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen fuer
den jeweiligen Standort abgeschaetzt. Auch der Einsatz von Stofftransportmodellen kann
zweckmaessig sein.
Bei direkter Beprobung und Untersuchung von Sickerwasser ist bei der Bewertung der
gemessenen Stoffkonzentrationen deren witterungsbedingte Dynamik zu beruecksichtigen.

 4.    Qualitaetssicherung
 4.1   Probennahme      und   Probenlagerung

Die Festlegung der Probennahmestellen und der Beprobungstiefen sowie die Probennahme
sind durch hierfuer qualifiziertes Personal durchzufuehren.
Probennahme, Probentransport und Probenlagerung haben so zu erfolgen, dass eine
Beeinflussung der chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit
des Probenmaterials durch Arbeitsverfahren und/oder -materialien sowie aus
Lagerungsbedingungen so weit wie moeglich ausgeschlossen wird.
Die Probennahme ist zu dokumentieren. Die Dokumentation soll alle fuer die
Laboruntersuchung und die Auswertung der Untersuchungsergebnisse relevanten
Informationen enthalten, insbesondere Angaben zu
- Probennahmezeitpunkt, Probennehmer,
- der Lage der Untersuchungsflaeche und der Probennahmepunkte,
- Flaechenbezeichnung,
- Beprobungstiefe,
- Bodenhorizonten, gemaess Bodenkundlicher Kartieranleitung, 4. Auflage, berichtigter
  Nachdruck 1996,
- Schichtenverzeichnis,
- Entnahmeverfahren,
- ehemaliger und gegenwaertiger Flaechennutzung, Vorkenntnissen zu Kontaminationen.
Bestehende Normen, Regelungen der Laender und fachliche Regeln zur Qualitaetssicherung
sind zu beachten.
 4.2   Probenvorbehandlung         und   Analytik

Es sind geeignete interne und externe Qualitaetssicherungsmassnahmen,
insbesondere hinsichtlich der Reproduzierbarkeit (Praezision) und Richtigkeit der
Untersuchungsergebnisse, durchzufuehren, zu ueberwachen und zu dokumentieren.
Interne Qualitaetssicherungsmassnahmen sind insbesondere:
- die Durchfuehrung von unabhaengigen Mehrfachbestimmungen,
- die Kalibrierung von Mess- und Pruefmitteln,
- der Einsatz zertifizierter und/oder laborinterner Referenzmaterialien zur
  Qualitaetskontrolle von Reproduzierbarkeit und Richtigkeit,
- Plausibilitaetskontrolle der Untersuchungsergebnisse.
Externe Qualitaetssicherungsmassnahmen sind insbesondere:
- die erfolgreiche Teilnahme an Vergleichspruefungen, insbesondere Ringversuche,

                                             - 22 -
       
                                                                               

- Kompetenzbestaetigung gemaess DIN EN 45001: 05.90.
Fuer die angewendeten Untersuchungsverfahren sind die Nachweis- und Bestimmungsgrenzen
nach DIN 32645: 05.94 anzugeben. Das Bestimmungsverfahren ist so auszuwaehlen, dass
auf Grund der Bestimmungsgrenze die Ueber- und Unterschreitung der entsprechenden
Pruef-, Massnahmen- und Vorsorgewerte nach Anhang 2 sicher beurteilt werden kann. Die
angewendeten Bestimmungsverfahren sind zu dokumentieren.
Fuer das Analysenergebnis ist eine Messunsicherheit gemaess DIN 1319-3: 05.96 und/oder DIN
1319-4: 12.85 anzugeben.

 5.    Abkuerzungsverzeichnis
 5.1   Masseinheiten

1 ng (Nanogramm)                           = 10(hoch)-9 g      = 0,000 000 001 Gramm
1 myg (Mikrogramm)                         = 10(hoch)-6 g      = 0,000 001 Gramm
1 mg (Milligramm)                          = 10(hoch)-3 g      = 0,001 Gramm
1 kg (Kilogramm)                           = 10(hoch) 3 g      = 1.000 Gramm
1 mym (Mikrometer)                         = 10(hoch)-6 m      = 0,000 001 Meter
1 mm (Millimeter)                          = 10(hoch)-3 m      = 0,001 Meter
1 cm (Zentimeter)                          = 10(hoch)-2 m      = 0,01 Meter
1 ha (Hektar)                              = 10(hoch) 4 qm     = 10.000 Quadratmeter
Grad C - Grad Celsius
5.2      Instrumentelle Analytik
AAS      - Atomabsorptionsspektrometrie
ET AAS   - Atomabsorptionsspektrometrie mit elektrothermaler Anregung
ICP-AES - Atomemissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma
GC       - Gaschromatographie
HPLC     - Hochleistungsfluessigkeitschromatographie
Detektoren (GC, HPLC):
DAD      - Dioden-Array-Detektor
ECD      - Elektroneneinfangdetektor
FID      - Flammenionisationsdetektor
F        - Fluoreszenzdetektor
UV       - Ultraviolett-Detektor
MS       - Massenspektrometer
5.3      Sonstige Abkuerzungen
TM       - Trockenmasse
I-TEq    - Internationale Toxizitaetsaequivalente
PTFE     - Polytetrafluorethylen
6 PCB-Kongonere (PCB(tief)6) nach Ballschmiter:
Nr. 28:     2,4,4'                         Trichlorbiphenyl
Nr. 52:     2,2',5,5'                      Tetrachlorbiphenyl
Nr. 101:    2,2',4,5,5'                    Pentachlorbiphenyl
Nr. 138:    2,2',3,4,4',5'                 Hexachlorbiphenyl
Nr. 153:    2,2',4,4',5,5'                 Hexachlorbiphenyl
Nr. 180:    2,2',3,4,4',5,5'               Heptachlorbiphenyl
16 PAK (EPA):
Naphthalin
Acenaphthylen
Acenaphthen
Fluoren
Phenanthren
Anthracen
Fluoranthen
Pyren
Benz(a)anthracen
Chrysen
Benzo(b)fluoranthen
Benzo(k)fluoranthen
Benzo(a)pyren
Dibenz(a,h)anthracen
Indeno(1,2,3-cd)pyren
Benzo(g,h,i)perylen

                                             - 23 -
       
                                                                               

 6.    Normen, Technische Regeln und sonstige Methoden, Bezugsquellen
 6.1   Normen,    Technische      Regeln    und       sonstige   Methoden

E DIN ISO 10381 - 1: 02.96
Bodenbeschaffenheit - Probenahme - Teil 1: Anleitung zur Aufstellung von
Probenahmeprogrammen (ISO/DIS 10381 - 1: 1995)
E DIN ISO 10381 - 2: 02.96
Bodenbeschaffenheit - Probenahme - Teil 2: Anleitung fuer Probenahmeverfahren (ISO/DIS
10381 - 2: 1995)
E DIN ISO 10381 - 3: 02.96
Bodenbeschaffenheit - Probenahme - Teil 3: Anleitung zur Sicherheit (ISO/DIS 10381 - 3:
1995)
E DIN ISO 10381 - 4: 02.96
Bodenbeschaffenheit - Probenahme - Teil 4: Anleitung fuer das Vorgehen bei der
Untersuchung von natuerlichen, naturnahen und Kulturstandorten (ISO/DIS 10381 - 4: 1995)
E DIN ISO 10382: 02.98
Bodenbeschaffenheit - Gaschromatographische Bestimmung des Gehaltes an polychlorierten
Biphenylen (PCB) und Organopestiziden (OCP) (ISO/CD 10382: 1995)
DIN ISO 10390: 05.97
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung des pH-Wertes (ISO 10390: 1994)
DIN ISO 10694: 08.96
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung von organischem Kohlenstoff und Gesamtkohlenstoff nach
trockener Verbrennung (Elementaranalyse) (ISO 10694: 1995)
ISO/TR 11046: 06.94
Soil quality - Determination of mineral oil content - Methods by infrared spectrometry
and gas chromatographic method
E DIN ISO 11047: 06.95
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung von Cadmium, Chrom, Cobalt, Kupfer, Blei, Mangan,
Nickel und Zink - Flammen- und elektrothermisches atomabsorptionsspektrometrisches
Verfahren (ISO/DIS 11047)
E DIN ISO 11262: 06.94
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung von Cyaniden
E DIN ISO 11272: 01.94
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung der Trockenrohdichte (ISO/DIS 11272: 1992)
E DIN ISO 11277: 06.94
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung der Partikelgroessenverteilung in Mineralboeden -
Verfahren durch Sieben und Sedimentation nach Entfernen der loeslichen Salze, der
organischen Substanz und der Carbonate (ISO/DIS 11277: 1994)
DIN ISO 11464: 12.96
Bodenbeschaffenheit - Probenvorbehandlung fuer physikalisch-chemische Untersuchungen
(ISO/DIS 11464: 1994)
DIN ISO 11465: 12.96
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung des Trockenrueckstandes und des Wassergehalts auf
Grundlage der Masse - Gravimetrisches Verfahren (ISO 11465: 1993)
DIN ISO 11466: 06.97
Bodenbeschaffenheit - Extraktion in Koenigswasser loeslicher Spurenelemente (ISO 11466:
1995)
E DIN ISO 13877: 06.95
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung von polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen
(PAK) - Hochleistungs-Fluessigkeitschromatographie (HPLC) Verfahren (ISO/DIS 13877)
E DIN ISO 14154: 10.97
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung von ausgewaehlten Chlorphenolen in Boeden -
Gaschromatographisches Verfahren (ISO/CD 14154: 1997)
E DIN ISO 14507: 02.96
Bodenbeschaffenheit - Probenvorbehandlung fuer die Bestimmung von organischen
Verunreinigungen in Boeden (ISO/DIS 14507)
DIN 19730: 06.97
Bodenbeschaffenheit - Extraktion von Spurenelementen mit Ammoniumnitratloesung
DIN 19731: 05.98
Bodenbeschaffenheit - Verwertung von Bodenmaterial
DIN 19734: 01.99
Bodenbeschaffenheit - Bestimmung von Chrom(VI) in phosphatgepufferter Loesung
                                             - 24 -
      
                                                                              

DIN 19682 - 2: 04.97
Bodenuntersuchungsverfahren im Landwirtschaftlichen Wasserbau - Felduntersuchungen -
Teil 2: Bestimmung der Bodenart
DIN 19683 - 2: 04.97
Bodenuntersuchungsverfahren im Landwirtschaftlichen Wasserbau - Physikalische
Laboruntersuchungen, Bestimmung der Korngroessenzusammensetzung nach Vorbehandlung mit
Natriumpyrophosphat
DIN 19683 - 12: 04.73
Bodenuntersuchungsverfahren im Landwirtschaftlichen Wasserbau; Physikalische
Laboruntersuchungen, Bestimmung der Rohdichte
DIN EN 1233: 08.96
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung von Chrom - Verfahren mittels
Atomabsorptionsspektrometrie; Deutsche Fassung EN 1233: 1996
DIN EN ISO 5667 - 3: 04.96
Wasserbeschaffenheit - Probenahme - Teil 3: Anleitung zur Konservierung und Handhabung
von Proben (ISO 5667 - 3: 1994); Deutsche Fassung EN ISO 5667 - 3: 1995 (A 21)
DIN EN ISO 5961: 05.95
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung von Cadmium durch Atomabsorptionsspektrometrie (ISO
5961: 1994); Deutsche Fassung EN ISO 5961: 1995 (A 19)
DIN EN ISO 6468: 02.97
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung ausgewaehlter Organoinsektizide, Polychlorbiphenyle
und Chlorbenzole; Gaschromatographisches Verfahren nach Fluessig-Fluessig-Extraktion (ISO
6468: 1996); Deutsche Fassung EN ISO 6468: 1996
ISO/DIS 8165 - 2: 01.97
Water quality - Determination of Selected Monohydric Phenols by Derivatisation and Gas
Chromatography
DIN EN ISO 10301: 08.97
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung leichtfluechtiger halogenierter Kohlenwasserstoffe -
Gaschromatographische Verfahren (ISO 10301: 1997); Deutsche Fassung EN ISO 10301: 1997
DIN EN ISO 10304 - 1: 04.95
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung der geloesten Anionen Fluorid, Chlorid, Nitrit,
Orthophosphat, Bromid, Nitrat und Sulfat mittels Ionenchromatographie - Teil 1:
Verfahren fuer gering belastete Waesser (ISO 10304 - 1: 1992); Deutsche Fassung EN ISO
10304 - 1: 1995 (D 19)
DIN EN ISO 10304 - 3: 11.97
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung der geloesten Anionen mittels Ionenchromatographie -
Teil 3: Bestimmung von Chromat, Iodid, Sulfit, Thiocyanat und Thiosulfat (ISO 10304 -
3: 1997); Deutsche Fassung EN ISO 10304 - 3: 1997 (D 22)
DIN EN ISO 11885: 04.98
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung von 33 Elementen durch induktiv gekoppelte Plasma-
Atom-Emissionsspektrometrie (ISO 11885: 1996); Deutsche Fassung EN ISO 11885: 1997
DIN EN ISO 11969: 11.96
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung von Arsen - Atomabsorptionsspektrometrie
(Hydridverfahren)
E DIN EN ISO 14403: 05.98
Wasserbeschaffenheit - Bestimmung des gesamten Cyanids und des freien Cyanids mit der
kontinuierlichen Fliessanalytik (ISO/DIS 14403: 1998); Deutsche Fassung prEN ISO 14403:
1998
DIN 38405 - 4: 07.85
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung - Anionen
(Gruppe D); Bestimmung von Fluorid (D 4)
DIN 38405 - 13: 02.81
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung - Anionen
(Gruppe D); Bestimmung von Cyaniden (D 13)
DIN 38405 - 23: 10.94
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung - Anionen
(Gruppe D) - Teil 23: Bestimmung von Selen mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS)
(D 23)
DIN 38405 - 24: 05.87
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung -
Anionen (Gruppe D) - Teil 24: Photometrische Bestimmung von Chrom(VI) mittels 1,5-
Diphenylcarbazid (D 24)

                                            - 25 -
      
                                                                              

DIN 38406 - 6: 07.98
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung - Kationen
(Gruppe E) - Bestimmung von Blei mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) (E 6)
DIN 38406 - 7: 09.91
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Kationen
(Gruppe E); Bestimmung von Kupfer mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) (E 7)
DIN 38406 - 8: 10.80
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Kationen
(Gruppe E); Bestimmung von Zink (E 8)
DIN 38406 - 11: 09.91
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Kationen
(Gruppe E); Bestimmung von Nickel mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) (E 11)
DIN 38406 - 24: 03.93
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Kationen
(Gruppe E); Bestimmung von Cobalt mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) (E 24)
DIN 38407 - 2: 02.93
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung;
Gemeinsam erfassbare Stoffgruppen (Gruppe F); Gaschromatographische Bestimmung von
schwerfluechtigen Halogenkohlenwasserstoffen (F 2)
DIN 38407 - 3: 07.98
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Gemeinsam
erfassbare Stoffgruppen (Gruppe F); Teil 3: Gaschromatographische Bestimmung von
polychlorierten Biphenylen (F 3)
DIN 38407 - 8: 10.95
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Gemeinsam
erfassbare Stoffgruppen (Gruppe F); Bestimmung von 6 polycyclischen aromatischen
Kohlenwasserstoffen (PAK) in Wasser mittels Hochleistungs-Fluessigkeitschromatographie
(HPLC) mit Fluoreszenzdetektion (F 8)
DIN 38407 - 9: 05.91
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Gemeinsam
erfassbare Stoffgruppen (Gruppe F); Bestimmung von Benzol und einigen Derivaten mittels
Gaschromatographie (F 9)
DIN 38414 - 2: 11.85
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Schlamm und
Sedimente (Gruppe S); Bestimmung des Wassergehaltes und des Trockenrueckstandes bzw. der
Trockensubstanz (S 2)
DIN 38414 - 4: 10.84
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Schlamm und
Sedimente (Gruppe S); Bestimmung der Eluierbarkeit mit Wasser (S 4)
DIN 38414 - 20: 01.96
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung - Schlamm und
Sedimente (Gruppe S) - Teil 20: Bestimmung von 6 polychlorierten Biphenylen (PCB) (S
20)
DIN 38414 - 24: 04.98
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung - Schlamm und
Sedimente (Gruppe S) - Teil 24: Bestimmung von polychlorierten Dibenzodioxinen (PCDD)
und polychlorierten Dibenzofuranen (PCDF) (S 24)
DIN EN 1483: 08.97
Wasseranalytik - Bestimmung von Quecksilber; Deutsche Fassung EN 1483: 1997 (E 12)
DIN 32645: 05.94
Chemische Analytik - Nachweis-, Erfassungs- und Bestimmungsgrenze - Ermittlung unter
Wiederholungsbedingungen - Begriffe, Verfahren, Auswertung
DIN 1319 - 3: 05.96
Grundlagen der Messtechnik - Teil 3: Auswertung von Messungen einer Messgroesse,
Messunsicherheit
DIN 1319 - 4: 12.85
Grundbegriffe der Messtechnik; Behandlung von Unsicherheiten bei der Auswertung von
Messungen
DIN EN 45001: 05.90
Allgemeine Kriterien zum Betreiben von Prueflaboratorien; Identisch mit EN 45001: 1989
DIN 4021: 10.90
Baugrund - Aufschluss durch Schuerfe und Bohrungen sowie Entnahme von Proben

                                            - 26 -
       
                                                                               

DIN 18123: 11.96
Baugrund - Untersuchung von Bodenproben - Bestimmung der Korngroessenverteilung
DIN EN 932 - 1: 11.96
Pruefverfahren fuer allgemeine Eigenschaften von Gesteinskoernungen - Teil 1:
Probenahmeverfahren; Deutsche Fassung EN 932-1: 1996
DIN 52101: 03.88
Pruefung von Naturstein und Gesteinskoernungen - Probenahme
DIN 51527 - 1: 05.87
Pruefung von Mineraloelerzeugnissen; Bestimmung polychlorierter Biphenyle (PCB) -
Fluessigchromatographische Vortrennung und Bestimmung 6 ausgewaehlter PCB mittels eines
Gaschromatographen mit Elektronen-Einfang-Detektor (ECD)
ZH 1/183: 04.97
Regeln fuer Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in kontaminierten Bereichen,
Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften - Fachausschuss Tiefbau, Ausgabe
April 1997
VDI-Richtlinie 3865: Messen organischer Bodenverunreinigungen
- Blatt 1: Messen leichtfluechtiger halogenierter Kohlenwasserstoffe, Messplanung fuer
  Bodenluft-Untersuchungsverfahren (Okt. 1992);
- Blatt 2: Techniken fuer die aktive Entnahme von Bodenluftproben (Januar 1998);
- Blatt 3: Messen organischer Bodenverunreinigungen; Gaschromatographische Bestimmung
  von niedrigsiedenden organischen Verbindungen in Bodenluft nach Anreicherung
  an Aktivkohle oder XAD-4 und Desorption mit organischen Loesungsmitteln (Entwurf
  November 1996);
VDI-Richtlinie 3499, Blatt 1: Messen von Emissionen - Messen von Reststoffen.
Messen von polychlorierten Dibenzodioxinen und -furanen in Rein- und Rohgas von
Feuerungsanlagen mit der Verduennungsmethode, Bestimmung in Filterstaub, Kesselasche und
in Schlacken. VDI-Handbuch Reinhaltung der Luft, Band 5 (Entwurf Maerz 1990)
Arbeitsgruppe Bodenkunde der Geologischen Landesaemter und der Bundesanstalt fuer
Geowissenschaften und Rohstoffe (1994): Bodenkundliche Kartieranleitung. - 4. Auflage,
berichtigter Nachdruck Hannover 1996, E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung
Stuttgart
Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (LUA NRW): Bestimmung von polyzyklischen
aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Bodenproben. Merkblaetter LUA NRW Nr. 1, Essen
1994
Hessische Landesanstalt fuer Umwelt (LfU HE): Bestimmung von Polycyclischen Aromatischen
Kohlenwasserstoffen in Feststoffen aus dem Altlastenbereich. Handbuch Altlasten, Band
7, Wiesbaden 1998
Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA):
Methodenbuch, Band VII Umweltanalytik, VDLUFA-Verlag Darmstadt 1996
 6.2   Bezugsquellen

Die in dieser Verordnung aufgefuehrten Normen, Technische Regeln und sonstigen
Methodenvorschriften sind zu beziehen:
a) DIN- und ISO-Normen und Normentwuerfe, VDI-Richtlinien: Beuth-Verlag GmbH, 10772
   Berlin
b) Bodenkundliche Kartieranleitung: E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, 70176
   Stuttgart
c) VDLUFA-Methodenbuch: VDLUFA-Verlag, 64293 Darmstadt
d) Merkblatt LUA NRW: Landesumweltamt NRW, 45023 Essen
e) Handbuch Altlasten LfU HE: Hessische Landesanstalt fuer Umwelt, 65022 Wiesbaden
f) ZH 1/183: Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, Fachausschuss
   Tiefbau, 81241 Muenchen

Anhang 2
Fundstelle: BGBl. I 1999, 1575 - 1579

         Massnahmen-, Pruef- und Vorsorgewerte
                                             - 27 -
         
                                                                                 



1.     Wirkungspfad Boden - Mensch (direkter Kontakt)
1.1    Abgrenzung      der    Nutzungen
a)     Kinderspielflaechen
       Aufenthaltsbereiche fuer Kinder, die ortsueblich zum Spielen genutzt werden, ohne
       den Spielsand von Sandkaesten. Amtlich ausgewiesene Kinderspielplaetze sind ggf.
       nach Massstaeben des oeffentlichen Gesundheitswesens zu bewerten.
b)     Wohngebiete
       Dem Wohnen dienende Gebiete einschliesslich Hausgaerten oder sonstige Gaerten
       entsprechender Nutzung, auch soweit sie nicht im Sinne der Baunutzungsverordnung
       planungsrechtlich dargestellt oder festgesetzt sind, ausgenommen Park- und
       Freizeitanlagen, Kinderspielflaechen sowie befestigte Verkehrsflaechen.
c)     Park- und Freizeitanlagen
       Anlagen fuer soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke, insbesondere
       oeffentliche und private Gruenanlagen sowie unbefestigte Flaechen, die regelmaessig
       zugaenglich sind und vergleichbar genutzt werden.
d)     Industrie- und Gewerbegrundstuecke
       Unbefestigte Flaechen von Arbeits- und Produktionsstaetten, die nur waehrend der
       Arbeitszeit genutzt werden.
1.2 M a ss n a h m e n w e r t e nach § 8 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes
fuer die direkte Aufnahme von Dioxinen/Furanen auf Kinderspielflaechen, in Wohngebieten,
Park- und Freizeitanlagen und Industrie- und Gewerbegrundstuecken (in ng/kg
Trockenmasse, Feinboden, Analytik nach Anhang 1)
                                      Massnahmenwerte (ng l-TEq/kg TM) 1*)
Stoff              Kinderspielflaechen   Wohngebiete Park- u.           Industrie- und
                                                     Freizeitanlagen Gewerbegrundstuecke
Dioxine/Furane              100             1.000          1.000              10.000
(PCDD/F)

1*)
      Summe der 2,3,7,8 - TCDD-Toxizitaetsaequivalente (nach NATO/CCMS).

1.3    Anwendung     der     Massnahmenwerte
Bei Vorliegen dioxinhaltiger Laugenrueckstaende aus Kupferschiefer ("Kieselrot") erfolgt
eine Anwendung der Massnahmenwerte aufgrund der geringen Resorption im menschlichen
Organismus nicht unmittelbar zum Schutz der menschlichen Gesundheit als vielmehr
zum Zweck der nachhaltigen Gefahrenabwehr. 1.4 P r ue f w e r t e nach § 8 Abs. 1 Satz 2
Nr. 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes fuer die direkte Aufnahme von Schadstoffen auf
Kinderspielflaechen, in Wohngebieten, Park- und Freizeitanlagen und Industrie- und
Gewerbegrundstuecken (in mg/kg Trockenmasse, Feinboden, Analytik nach Anhang 1)
------------------------------------------------------------------------
I                            Pruefwerte (mg/kg TM)                           I
I----------------------------------------------------------------------I
I Stoff            I Kinder-    I Wohn-       I Park- u.       I Industrie- I
I                  I spiel-     I gebiete     I Freizeit- I und             I
I                  I flaechen    I             I anlagen        I Gewerbe-   I
I                  I            I             I                I grund-     I
I                  I            I             I                I stuecke     I
I----------------------------------------------------------------------I
I Arsen            I      25    I       50    I      125       I     140    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Blei             I     200    I     400     I   1.000        I   2.000    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Cadmium          I      10 1) I       20 1) I       50       I      60    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Cyanide          I      50    I       50    I       50       I     100    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Chrom            I     200    I     400     I   1.000        I   1.000    I
I----------------------------------------------------------------------I

                                               - 28 -
        
                                                                                

I Nickel           I      70    I     140    I     350    I     900    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Quecksilber      I      10    I      20    I      50    I       80   I
I----------------------------------------------------------------------I
I Aldrin           I       2    I       4    I      10    I     -      I
I----------------------------------------------------------------------I
I Benzo(a)pyren    I       2    I       4    I      10    I       12   I
I----------------------------------------------------------------------I
I DDT              I      40    I      80    I     200    I     -      I
I----------------------------------------------------------------------I
I Hexachlorbenzol I        4    I       8    I      20    I     200    I
------------------------------------------------------------------------
1) In Haus- und Kleingaerten, die sowohl als Aufenthaltsbereiche
   fuer Kinder als auch fuer den Anbau von Nahrungspflanzen genutzt
   werden, ist fuer Cadmium der Wert von 2,0 mg/kg TM als Pruefwert
   anzuwenden.



------------------------------------------------------------------------
I                             Pruefwerte (mg/kg TM)                     I
I----------------------------------------------------------------------I
I Stoff            I Kinder-     I Wohn-      I Park- u.  I Industrie- I
I                  I spiel-      I gebiete    I Freizeit- I und        I
I                  I flaechen     I            I anlagen   I Gewerbe-   I
I                  I             I            I           I grund-     I
I                  I             I            I           I stuecke     I
I----------------------------------------------------------------------I
I Hexachlorcyclohexan       5    I       10   I      25   I     400    I
I (HCH-Gemisch     I             I            I           I            I
I oder Beta-HCH)   I             I            I           I            I
I----------------------------------------------------------------------I
I Pentachlorphenol I      50     I     100    I     250   I     250    I
I----------------------------------------------------------------------I
I Polychlorierte   I        0,4 I         0,8 I       2   I      40    I
I Biphenyle        I             I            I           I            I
I (PCB(tief)6) 2) I              I            I           I            I
------------------------------------------------------------------------
2) Soweit PCB-Gesamtgehalte bestimmt werden, sind die ermittelten
   Messwerte durch den Faktor 5 zu dividieren.




2.    Wirkungspfad Boden - Nutzpflanze
2.1   Abgrenzung           der     Nutzungen
a)    Ackerbau
      Flaechen zum Anbau wechselnder Ackerkulturen einschliesslich Gemuese und Feldfutter,
      hierzu zaehlen auch erwerbsgaertnerisch genutzte Flaechen.
b)    Nutzgarten
      Hausgarten-, Kleingarten- und sonstige Gartenflaechen, die zum Anbau von
      Nahrungspflanzen genutzt werden
c)    Gruenland
      Flaechen unter Dauergruenland
2.2 P r ue f - u n d M a ss n a h m e n w e r t e nach § 8 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 und 2 des Bundes-
Bodenschutzgesetzes fuer den Schadstoffuebergang Boden - Nutzpflanze auf Ackerbauflaechen
und in Nutzgaerten im Hinblick auf die Pflanzenqualitaet (in mg/kg Trockenmasse,
Feinboden, Analytik nach Anhang 1)
                                                           Ackerbau, Nutzgarten
              Stoff                        Methode  11)          Pruefwert        Massnahmenwert
Arsen                                                KW             200 22)        -
Cadmium                                              AN                -      0,04/0,1 33)

                                                           - 29 -
         
                                                                                 

                                                        Ackerbau, Nutzgarten
               Stoff                  Methode 11)             Pruefwert         Massnahmenwert
Blei                                      AN                      0,1                -
Quecksilber                               KW                       5
Thallium                                  AN                      0,1                -
Benzo(a)pyren                              -                       1                 -

33)
   Auf Flaechen mit Brotweizenanbau oder Anbau stark Cadmiumanreichernder Gemuesearten
gilt als Massnahmenwert 0,04 mg/kg Trockenmasse; ansonsten gilt als Massnahmenwert 0,1
mg/kg Trockenmasse.

22)
   Bei Boeden mit zeitweise reduzierenden Verhaeltnissen gilt ein Pruefwert von 50 mg/kg
Trockenmasse.

11)
   Extraktionsverfahren fuer Arsen und Schwermetalle: AN = Ammoniumnitrat, KW =
Koenigswasser.


2.3 M a ss n a h m e n w e r t e nach § 8 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes
fuer den Schadstoffuebergang Boden - Nutzpflanze auf Gruenlandflaechen im Hinblick auf
die Pflanzenqualitaet (in mg/kg Trockenmasse, Feinboden, Arsen und Schwermetalle im
Koenigswasser-Extrakt, Analytik nach Anhang 1)
                                                                          Gruenland
                               Stoff                                   Massnahmenwert
Arsen                                                      50
Blei                                                       1.200
Cadmium                                                    20
Kupfer                                                     1.300 11)
Nickel                                                    1.900
Quecksilber                                               2
Thallium                                                  15
Polychlorierte Biphenyle (PCB(tief)6)                     0,2

11)
      Bei Gruenlandnutzung durch Schafe gilt als Massnahmenwert 200 mg/kg Trockenmasse.


2.4 P r ue f w e r t e nach § 8 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes
fuer den Schadstoffuebergang Boden - Pflanze auf Ackerbauflaechen im Hinblick auf
Wachstumsbeeintraechtigungen bei Kulturpflanzen (in mg/kg Trockenmasse, Feinboden, im
Ammoniumnitrat-Extrakt, Analytik nach Anhang 1)
                                                                        Ackerbau
                             Stoff                                      Pruefwert
Arsen                                                                      0,4
Kupfer                                                                      1
Nickel                                                                     1,5
Zink                                                                        2
2.5    Anwendung       der   Pruef-   und   Massnahmenwerte
Die Pruef- und Massnahmenwerte gelten fuer die Beurteilung der Schadstoffgehalte in
der Bodentiefe von 0 bis 30 cm bei Ackerbauflaechen und in Nutzgaerten sowie in der
Bodentiefe von 0 bis 10 cm bei Gruenland entsprechend Anhang 1 Nr. 2.1 Tabelle 1. Fuer
die in Anhang 1 Nr. 2.1 Tabelle 1 genannten groesseren Bodentiefen gelten die 1,5fachen
Werte.
3.     Wirkungspfad Boden - Grundwasser
3.1    Pruefwerte zur Beurteilung des Wirkungspfads Boden -
       G r u n d w a s s e r nach § 8 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes (in
       myg/l, Analytik nach Anhang 1)
-------------------------------------------------------
I Anorganische Stoffe      I      Pruefwert (myg/l)    I

                                               - 30 -
        
                                                                                

I-----------------------------------------------------I
I Antimon                  I            10            I
I Arsen                    I            10            I
I Blei                     I            25            I
I Cadmium                  I             5            I
I Chrom, gesamt            I            50            I
I Chromat                  I             8            I
I Kobalt                   I            50            I
I Kupfer                   I            50            I
I Molybdaen                 I            50            I
I Nickel                   I            50            I
I Quecksilber              I             1            I
I Selen                    I            10            I
I Zink                     I           500            I
I Zinn                     I            40            I
I Cyanid, gesamt           I            50            I
I Cyanid, leicht           I            10            I
I freisetzbar              I                          I
I Fluorid                  I           750            I
-------------------------------------------------------

-------------------------------------------------------
I Organische Stoffe        I      Pruefwert (myg/l)    I
I-----------------------------------------------------I
I Mineraloel-               I           200            I
I kohlenwasserstoffe 1)    I                          I
I BTEX 2)                  I            20            I
I Benzol                   I             1            I
I LHKW 3)                  I            10            I
I Aldrin                   I             0,1          I
I DDT                      I             0,1          I
I Phenole                  I            20            I
I PCB, gesamt 4)           I             0,05         I
I PAK, gesamt 5)           I             0,20         I
I Naphthalin               I             2            I
-------------------------------------------------------
1) n-Alkane (C 10 C39), Isoalkane, Cycloalkane und aromatische
   Kohlenwasserstoffe.
2) Leichtfluechtige aromatische Kohlenwasserstoffe (Benzol, Toluol,
   Xylole, Ethylbenzol, Styrol, Cumol).
3) Leichtfluechtige Halogenkohlenwasserstoffe (Summe der halogenierten
   C1- und C2-Kohlenwasserstoffe).
4) PCB, gesamt: Summe der polychlorierten Biphenyle; in der Regel
   Bestimmung ueber die 6 Kongeneren nach Ballschmiter gemaess
   Altoel-VO (DIN 51527) multipliziert mit 5; ggf. z.B. bei
   bekanntem Stoffspektrum einfache Summenbildung aller relevanten
   Einzelstoffe (DIN 38407-3-2 bzw. -3-3).
5) PAK, gesamt: Summe der polycyclischen aromatischen
   Kohlenwasserstoffe ohne Naphthalin und Methylnaphthaline; in
   der Regel Bestimmung ueber die Summe von 15 Einzelsubstanzen
   gemaess Liste der US Environmental Protection Agency (EPA) ohne
   Naphthalin; ggf. unter Beruecksichtigung weiterer relevanter
   PAK (z.B. Chinoline).




3.2   Anwendung          der     Pruefwerte
a)    Die Pruefwerte gelten fuer den Uebergangsbereich von der ungesaettigten zur
      wassergesaettigten Bodenzone (Ort der Beurteilung). Der Ort der Bodenprobennahme
      stimmt nicht notwendigerweise mit dem Ort der Beurteilung fuer das Grundwasser
      ueberein.
b)    Bei der Bewertung, ob es zu erwarten ist, dass die Pruefwerte fuer das Sickerwasser
      am Ort der Beurteilung ueberschritten werden, sind die Veraenderungen der
      Schadstoffkonzentrationen im Sickerwasser beim Durchgang durch die ungesaettigte
      Bodenzone sowie die Grundwasserflurabstaende und deren Schwankungen zu
      beruecksichtigen.
                                                           - 31 -
       
                                                                               

c)    Bei Altablagerungen ist die Abschaetzung der Schadstoffkonzentrationen im
      Sickerwasser durch Materialuntersuchungen auf Grund von Inhomogenitaeten der
      abgelagerten Abfaelle in der Regel nicht zweckmaessig. Entsprechendes gilt fuer
      Altstandorte mit besonders ungleichmaessiger Schadstoffverteilung. In diesen Faellen
      kann durch Rueckschluesse oder Rueckrechnung aus Abstrommessungen im Grundwasser
      unter Beruecksichtigung insbesondere auch der Stoffkonzentration im Anstrom eine
      Abschaetzung der Schadstoffkonzentrationen im Sickerwasser erfolgen.
d)    Soweit die Schadstoffkonzentrationen im Sickerwasser direkt gemessen werden
      koennen, soll die Probennahme nach Moeglichkeit am Ort der Beurteilung fuer das
      Grundwasser durchgefuehrt werden.
e)    Soweit schaedliche Bodenveraenderungen und Altlasten in der wassergesaettigten
      Bodenzone liegen, werden sie hinsichtlich einer Gefahr fuer das Grundwasser nach
      wasserrechtlichen Vorschriften bewertet.
f)    Die geogen bedingte Hintergrundsituation der jeweiligen Grundwasserregion ist bei
      der Anwendung der Pruefwerte zu beruecksichtigen.
4.    Vorsorgewerte fuer Boeden nach § 8 Abs. 2 Nr. 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes
      (Analytik nach Anhang 1)
4.1   Vorsorgewerte fuer Metalle
      (in mg/kg Trockenmasse, Feinboden, Koenigswasseraufschluss)
------------------------------------------------------------------------
I Boeden      I Cadmium I Blei I Chrom I Kupfer I Queck- I Nickel I Zink I
I            I         I      I       I        I silber I         I      I
I----------------------------------------------------------------------I
I Bodenart I     1,5   I 100 I 100 I       60 I    1    I    70 I 200 I
I Ton        I         I      I       I        I        I         I      I
I----------------------------------------------------------------------I
I Bodenart I     1     I   70 I   60 I     40 I    0,5 I     50 I 150 I
I Lehm/      I         I      I       I        I        I         I      I
I Schluff    I         I      I       I        I        I         I      I
I----------------------------------------------------------------------I
I Bodenart I     0,4   I   40 I   30 I     20 I    0,1 I     15 I     60 I
I Sand       I         I      I       I        I        I         I      I
I----------------------------------------------------------------------I
I Boeden mit I unbedenklich, soweit eine Freisetzung der Schadstoffe      I
I natur-     I oder zusaetzliche Eintraege nach § 9 Abs. 2 und 3 dieser    I
I bedingt    I Verordnung keine nachteiligen Auswirkungen auf die        I
I und gross- I Bodenfunktionen erwarten lassen                            I
I flaechig    I                                                           I
I siedlungs-                                                             I
I bedingt    I                                                           I
I erhoehten I                                                             I
I Hinter-    I                                                           I
I grund-     I                                                           I
I gehalten I                                                             I
------------------------------------------------------------------------

4.2 V o r s o r g e w e r t e f ue r o r g a n i s c h e S t o f f e
    (in mg/kg Trockenmasse, Feinboden)
------------------------------------------------------------------------
I Boeden                       I Polychlorierte I           Benzo    I Polycycl.       I
I                             I Biphenyle           I     (a)pyren  I Aromatische   I
I                             I (PCB(tief)6)        I               I Kohlen-       I
I                             I                     I               I wasserstoffe I
I                             I                     I               I (PAK(tief)16) I
I----------------------------------------------------------------------I
I Humusgehalt > 8%            I        0,1          I           1   I       10      I
I Humusgehalt <= 8%           I        0,05         I           0,3 I         3     I
------------------------------------------------------------------------


                                                - 32 -
       
                                                                               



4.3   Anwendung    der   Vorsorgewerte
a)    Die Vorsorgewerte werden nach den Hauptbodenarten gemaess Bodenkundlicher
      Kartieranleitung, 4. Auflage, berichtigter Nachdruck 1996, unterschieden; sie
      beruecksichtigen den vorsorgenden Schutz der Bodenfunktionen bei empfindlichen
      Nutzungen. Fuer die landwirtschaftliche Bodennutzung gilt § 17 Abs. 1 des Bundes-
      Bodenschutzgesetzes.
b)    Stark schluffige Sande sind entsprechend der Bodenart Lehm/Schluff zu bewerten.
c)    Bei den Vorsorgewerten der Tabelle 4.1 ist der Saeuregrad der Boeden wie folgt zu
      beruecksichtigen:
      - Bei Boeden der Bodenart Ton mit einem pH-Wert von < 6,0 gelten fuer Cadmium,
        Nickel und Zink die Vorsorgewerte der Bodenart Lehm/Schluff.
      - Bei Boeden der Bodenart Lehm/Schluff mit einem pH-Wert von < 6,0 gelten fuer
        Cadmium, Nickel und Zink die Vorsorgewerte der Bodenart Sand. § 4 Abs. 8 Satz 2
        der Klaerschlammverordnung vom 15. April 1992 (BGBl. I S. 912), zuletzt geaendert
        durch Verordnung vom 6. Maerz 1997 (BGBl. I S. 446), bleibt unberuehrt.
      - Bei Boeden mit einem pH-Wert von < 5,0 sind die Vorsorgewerte fuer Blei
        entsprechend den ersten beiden Anstrichen herabzusetzen.

d)    Die Vorsorgewerte der Tabelle 4.1 finden fuer Boeden und Bodenhorizonte mit einem
      Humusgehalt von mehr als 8 Prozent keine Anwendung. Fuer diese Boeden koennen die
      zustaendigen Behoerden ggf. gebietsbezogene Festsetzungen treffen.
5.    Zulaessige zusaetzliche jaehrliche Frachten an Schadstoffen ueber alle Wirkungspfade
      nach § 8 Abs. 2 Nr. 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes (in Gramm je Hektar)
                    Element                                   Fracht (g/ha x a)
Blei                                                                 400
Cadmium                                                               6
Chrom                                                                300
Kupfer                                                               360
Nickel                                                               100
Quecksilber                                                          1,5
Zink                                                                1.200

Anhang 3
Fundstelle: BGBl. I 1999, 1580 - 1581

        Anforderungen an Sanierungsuntersuchungen und den Sanierungsplan


1. Sanierungsuntersuchungen
Mit Sanierungsuntersuchungen bei Altlasten sind die zur Erfuellung der Pflichten nach
§ 4 Abs. 3 des Bundes-Bodenschutzgesetzes geeigneten, erforderlichen und angemessenen
Massnahmen zu ermitteln. Die hierfuer in Betracht kommenden Massnahmen sind unter
Beruecksichtigung von Massnahmenkombinationen und von erforderlichen Begleitmassnahmen
darzustellen.
Die Pruefung muss insbesondere
- die schadstoff-, boden-, material- und standortspezifische Eignung der Verfahren,
- die technische Durchfuehrbarkeit,
- den erforderlichen Zeitaufwand,
- die Wirksamkeit im Hinblick auf das Sanierungsziel,
- eine Kostenschaetzung sowie das Verhaeltnis von Kosten und Wirksamkeit,
- die Auswirkungen auf die Betroffenen im Sinne von § 12 Satz 1 des Bundes-
  Bodenschutzgesetzes und auf die Umwelt,
- das Erfordernis von Zulassungen,

                                             - 33 -
      
                                                                              

- die Entstehung, Verwertung und Beseitigung von Abfaellen,
- den Arbeitsschutz,
- die Wirkungsdauer der Massnahmen und deren Ueberwachungsmoeglichkeiten,
- die Erfordernisse der Nachsorge und
- die Nachbesserungsmoeglichkeiten
umfassen.
Die Pruefung soll unter Verwendung vorhandener Daten, insbesondere aus Untersuchungen
nach § 3 dieser Verordnung, sowie auf Grund sonstiger gesicherter Erkenntnisse
durchgefuehrt werden. Soweit solche Informationen insbesondere zur gesicherten
Abgrenzung belasteter Bereiche oder zur Beurteilung der Eignung von Sanierungsverfahren
im Einzelfall nicht ausreichen, sind ergaenzende Untersuchungen zur Pruefung der Eignung
eines Verfahrens durchzufuehren.
Die Ergebnisse der Pruefung und das danach vorzugswuerdige Massnahmenkonzept sind
darzustellen.
2. Sanierungsplan
Ein Sanierungsplan soll die unter den Nummern 1 bis 5 genannten Angaben sowie die
fuer eine Verbindlichkeitserklaerung nach § 13 Abs. 6 des Bundes-Bodenschutzgesetzes
erforderlichen Angaben und Unterlagen enthalten.
1. Darstellung der Ausgangslage, insbesondere hinsichtlich
   - der Standortverhaeltnisse (u.a. geologische, hydrogeologische Situation;
     bestehende und planungsrechtlich zulaessige Nutzung),
   - der Gefahrenlage (Zusammenfassung der Untersuchungen nach § 3 dieser Verordnung
     im Hinblick auf Schadstoffinventar nach Art, Menge und Verteilung, betroffene
     Wirkungspfade, Schutzgueter und -beduerfnisse),
   - der Sanierungsziele,
   - der getroffenen behoerdlichen Entscheidungen und der geschlossenen oeffentlich-
     rechtlichen Vertraege, insbesondere auch hinsichtlich des Massnahmenkonzeptes, die
     sich auf die Erfuellung der nach § 4 des Bundes-Bodenschutzgesetzes zu erfuellenden
     Pflichten auswirken, und
   - der Ergebnisse der Sanierungsuntersuchungen.

2. Textliche und zeichnerische Darstellung der durchzufuehrenden Massnahmen und Nachweis
   ihrer Eignung, insbesondere hinsichtlich
   - des Einwirkungsbereichs der Altlast und der Flaechen, die fuer die vorgesehenen
     Massnahmen benoetigt werden,
   - des Gebietes des Sanierungsplans,
   - der Elemente und des Ablaufs der Sanierung im Hinblick auf
     . den Bauablauf,
     . die Erdarbeiten (insbesondere Aushub, Separierung, Wiedereinbau, Umlagerungen
       im Bereich des Sanierungsplans),
     . die Abbrucharbeiten,
     . die Zwischenlagerung von Bodenmaterial und sonstigen Materialien,
     . die Abfallentsorgung beim Betrieb von Anlagen,
     . die Verwendung von Boeden und die Ablagerung von Abfaellen auf Deponien und
     . die Arbeits- und Immissionsschutzmassnahmen,

   - der fachspezifischen Berechnungen zu
     . on-site-Bodenbehandlungsanlagen,
     . in-situ-Massnahmen,
     . Anlagen zur Fassung und Behandlung von Deponiegas oder Bodenluft,
     . Grundwasserbehandlungsanlagen,

                                            - 34 -
      
                                                                              

     . Anlagen und Massnahmen zur Fassung und Behandlung insbesondere von Sickerwasser,

   - der zu behandelnden Mengen und der Transportwege bei Bodenbehandlung in off-site-
     Anlagen,
   - der technischen Ausgestaltung von Sicherungsmassnahmen und begleitenden Massnahmen,
     insbesondere von
     . Oberflaechen-, Vertikal- und Basisabdichtungen,
     . Oberflaechenabdeckungen,
     . Zwischen- bzw. Bereitstellungslagern,
     . begleitenden passiven pneumatischen, hydraulischen oder sonstigen Massnahmen
       (z.B. Baufeldentwaesserung, Entwaesserung des Aushubmaterials, Einhausung,
       Abluftfassung und -behandlung) und

   - der behoerdlichen Zulassungserfordernisse fuer die durchzufuehrenden Massnahmen.

3. Darstellung der Eigenkontrollmassnahmen zur Ueberpruefung der sachgerechten Ausfuehrung
   und Wirksamkeit der vorgesehenen Massnahmen, insbesondere
   - das Ueberwachungskonzept hinsichtlich
     . des Bodenmanagements bei Auskofferung, Separierung und Wiedereinbau,
     . der Boden- und Grundwasserbehandlung, der Entgasung oder der
       Bodenluftabsaugung,
     . des Arbeits- und Immissionsschutzes,
     . der begleitenden Probennahme und Analytik und

   - das Untersuchungskonzept fuer Materialien und Bauteile bei der Ausfuehrung von
     Bauwerken.

4. Darstellung der Eigenkontrollmassnahmen im Rahmen der Nachsorge einschliesslich der
   Ueberwachung, insbesondere hinsichtlich
   - des Erfordernisses und der Ausgestaltung von laengerfristig zu betreibenden
     Anlagen oder Einrichtungen zur Fassung oder Behandlung von Grundwasser,
     Sickerwasser, Oberflaechenwasser, Bodenluft oder Deponiegas sowie Anforderungen an
     deren Ueberwachung und Instandhaltung,
   - der Massnahmen zur Ueberwachung (z.B. Messstellen) und
   - der Funktionskontrolle im Hinblick auf die Einhaltung der Sanierungserfordernisse
     und Instandhaltung von Sicherungsbauwerken oder -einrichtungen.

5. Darstellung des Zeitplans und der Kosten.

Anhang 4
Fundstelle: BGBl. I 1999, 1582

       Anforderungen an die Untersuchung und Bewertung von Flaechen, bei denen der
       Verdacht einer schaedlichen Bodenveraenderung auf Grund von Bodenerosion durch
       Wasser vorliegt


1. Anwendung
Dieser Anhang findet gemaess § 8 Anwendung bei der Untersuchung von Flaechen, bei denen
der Verdacht einer schaedlichen Bodenveraenderung auf Grund von Bodenerosion durch Wasser
besteht.
2. Untersuchung und Bewertung
Bestehen Anhaltspunkte fuer das Vorliegen einer schaedlichen Bodenveraenderung auf Grund
von Bodenerosion durch Wasser, so ist zunaechst zu pruefen,
a) ob erhebliche Mengen Bodenmaterials aus der Erosionsflaeche geschwemmt wurden und

                                            - 35 -
      
                                                                              

b) auf welche Erosionsflaechen und auf welche Verursacher die Bodenabschwemmung
   zurueckzufuehren ist.
Hinweise fuer eine Identifikation der Erosionsflaeche ergeben sich vor allem durch
deutlich sichtbare Uebertrittsstellen von Bodenmaterial von der Erosionsflaeche zu
den ausserhalb der Erosionsflaeche gelegenen und durch Bodenmaterial beeintraechtigten
Bereichen. Weitere Hinweise ergeben sich aus dem Vorliegen deutlich sichtbarer
Erosionsformen auf der Erosionsflaeche. Bei der Pruefung gemaess Buchstabe a
kann es erforderlich sein, die bei einem Erosionsereignis oder in Folge von
Erosionsereignissen, die im Abstand von maximal wenigen Wochen nacheinander aufgetreten
sind, von einer Verdachtsflaeche abgeschwemmte Bodenmenge abzuschaetzen. Dies kann
mit Hilfe der "Kartieranleitung zur Erfassung aktueller Erosionsformen" (DVWK 1996)
erfolgen.
Fuer die Abschaetzung der Wiedereintrittswahrscheinlichkeit von Bodenabtraegen gemaess §
8 Abs. 1 sind insbesondere gebietsspezifische statistische Auswertungen langjaehriger
Niederschlagsaufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes heranzuziehen. Hierzu koennen
auch Erosionsprognosemodelle als Hilfsmittel genutzt werden, soweit sie nachweislich
geeignet sind, die aus den Erosionsflaechen abgeschwemmten Bodenmengen bei konkret
eingetretenen Erosionsereignissen mit hinreichender Genauigkeit abzuschaetzen.
Die Bedingungen fuer die Erwartung weiterer Bodenabtraege gemaess § 8 Abs. 1 Nr. 2 sind in
der Regel erfuellt, wenn innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens in einem weiteren
Fall erhebliche Mengen Bodenmaterials aus derselben Erosionsflaeche geschwemmt wurden.




                                            - 36 -